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Projektvorhaben App – wie gehe ich vor? 01. April 2019 - Maroje Ljutic

Ein Smartphone ohne mobile Apps ist wie ein Sackmesser mit einer Klinge. Deshalb führte Apple nach der Vorstellung des ersten iPhones den AppStore ein und Google bald darauf auch. Diese ermöglichen auch einzelnen Entwicklern und kleineren Unternehmen einen globalen und rasant wachsenden Marktzugang. Anfangs konnte sich fast jede App durchsetzen. Eine App, auch nur als statisches Abbild der Homepage, war eine Imageaufwertung.

Neue Appldee

Heute besteht ein Überangebot und die Goldgräberstimmung ist vorbei. Auch wenn eine gute „App Idee“ noch nicht existiert, die Herausforderung bleibt; Wie bringe ich User dazu, meine App zu installieren oder überhaupt zu finden? Lohnt sich der Aufwand und die Kosten?

Die vier Entwicklungs-Ansätze

Es wird zwischen vier technischen Ansätzen unterschieden, wie eine App umgesetzt werden kann. Die richtige Wahl ist entscheidend, denn sie wirkt sich auf den Umsetzungsaufwand, die Betriebskosten, Skalierbarkeit und vor allem auf das Benutzererlebnis aus.

 1. Native App Entwicklung

Native App Entwicklung bedeutet, separat für die mobile Plattformen iOS und Android zu programmieren. Es wird mit der vom Betriebssystemhersteller (Google/Apple/Windows) empfohlenen und zur Verfügung gestellten Entwicklungsumgebung entwickelt. Dadurch ist die Benutzeroberfläche ideal auf das Mobile Device abgestimmt und bietet eine intuitive Bedienung mit dem bestmöglichen Benutzererlebnis. Zudem sind alle Zugriffe auf die Gerätehardware wie Bluetooth, GPS, Kompass, Accelerometer etc. ermöglicht und der Entwickler ist immer mit den neuesten Tools gewappnet.

Native App Entwicklung

Wir setzen vor allem auf die native App Entwicklung.

Oft wird die native Entwicklung mit doppelten Entwicklungskosten in Verbindung gesetzt. Dies trifft nur beschränkt zu, den das Konzept, das Design, die App-Inhalte, sowie das Backend müssen unabhängig von der App-Technologie erarbeitet werden. Die App-Programmierung selbst mag etwas aufwändiger sein, dafür geht man keine Kompromisse ein.

2. Cross Plattform Umgebungen

Cross Plattform versteht eine Entwicklungsumgebung, die ermöglicht, in einer “high-level” Programmiersprache die App zu programmieren. Daraus lässt sich die Anwendung für die verschiedenen mobilen Plattformen exportieren. Teils kommen diese Entwicklungsumgebungen mit «Drag and Drop» Oberflächen daher, wo die App-Ansichten und sogar die Logik zusammengesetzt werden können.

Cross Plattform Entwicklungs-Umgebungen

Die Cross-Plattform Entwicklung mag etwas einfacher und dank Skriptprogrammiersprachen auch den Webentwicklern näher sein, doch die Nachteile werden oft erst später erkannt:

  • Die Anwendung wird direkt aus der Cross-Plattform-Umgebung generiert. Nachträgliche native Quellcode-Änderungen sind kaum möglich. Dies hatte schon zur Folge, dass fertiggestellte Apps nicht in den Stores veröffentlicht werden konnten. Das geschah bspw. als Apple 2017 vorschrieb, dass alle Apps IPV6 Netzwerkprotokolle unterstützten müssen. Die verschlüsselten Cross-Plattform-Bibliotheken waren nicht auf dem neuesten Stand und die Entwickler mussten warten, bis die Cross Plattform Anbieter diese aktualisieren.
  • Wenn eine Cross-Plattform Entwicklungsumgebung eingestellt wird, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass eine App nicht, oder nur beschränkt weiterentwickelt werden kann.
  • Viele Cross-Plattform Umgebungen unterscheiden plattformspezifische Merkmale nicht. Bspw. enthalten Android Geräte einen physischen Back-Button, der auf iOS nicht existiert. Solche plattformspezifischen Eigenschaften müssen separat beachtet werden, was dem „einmal-auf-einer-Ebene-entwickeln“ Prinzip wiederspricht.
  • Gegenüber zur nativen Entwicklung ist man in den Möglichkeiten beschränkt und gängigen App-Usern fällt eine schlechtere Bedienung und Benutzeroberfläche auf.

Für gewisse Apps ist die Cross-Plattform Umgebung eine bessere Technologiewahl. Dies trifft vor allem zu, wenn die Anwendungen keine Standard Benutzeroberfläche haben und auf iOS und Android gleich daherkommen sollen. Bei Spielen und Apps mit spezieller Bedienung, Grafik und vielen Animationen ist es durchaus vorteilhaft mit Cross-Plattform Tools zu entwickeln und an Programmieraufwand zu sparen.

Unity3D - VougasBärn App

VougasBärn App, eine Cross-Plattform Entwicklung.

3. Container Apps

Container Apps oder auch Hybride Apps genannt werden oft mit Cross-Plattform Apps verwechselt. Eine Container App bietet eine native «App-Hülle» in der die Inhalte im HTML-Webformat angezeigt werden. Daher auch der Name Container oder Hybrid, durch Kombination aus nativer App und Web-Technologie.

Webansichten in einer App können für einfachere statische Informationsansichten sinnvoll sein. Dadurch dass sich der Webinhalt auf iOS und Android gleich darstellen lässt, spart man am zweifachen Entwicklungsaufwand. Bei zu viel Webinhalten in einer App leidet wiederum die Performance und das Benutzererlebnis.

Bevor eine iOS App im Apple AppStore veröffentlicht werden kann, muss sie einen Kontrollprozess (Review) bestehen. Eine Richtlinie ist, dass jede App einen Mehrwert bieten muss. Ein Abbild der Homepage in einer Container-App verpackt bietet keinen Mehrwert und das Risiko besteht, dass die App zurückgewiesen wird. Abgesehen davon würde eine reine Container App, oftmals auch Web-App genannt, das Firmenimage heute eher abwerten.

4. Baukasten und Whitelabel App Lösungen

Mit dem Baukastenprinzip kann man aus einem Set an Modulen, wie Push-Nachrichten, Terminbuchungen, Leistungsübersicht, e-Commerce, Veranstaltungskalender etc., eine eigene App mit leichter Designanpassung zusammenzusetzen. Die Whitelabel-Lösung basiert auf ähnlichem Prinzip aber mit beschränkter Funktionsauswahl, den die App ist praktisch vorgegeben.

Viele Baukasten und Whitelabel App-Anbieter konnten sich dank dem lukrativen Ansatz; „schnell und kostengünstig eine App zusammensetzen“ gut im Markt positionieren. Die Referenz- und Beispiel-Apps kommen oft gebastelt daher und die eingegangenen Kompromisse sind im Vergleich mit massgeschneiderten Individuallösungen ersichtlich.

Apple will den AppStore säubern und nur noch individuelle und qualitativ-hochwertige Apps erlauben. Die Richtlinien wurden verschärft und die schnelle Multiplikation solcher Apps nicht mehr toleriert.

4.2.6 - «Apps created from a commercialized template or app generation service will be rejected»

Nebst der Gefahr von Apple nicht (mehr) angenommen zu werden, sollte die Wartung und Weiterentwicklung berücksichtigt werden. Mit neuen Betriebssystemversionen und Smartphones, müssen auch die Apps angepasst werden. Baukasten App Anbieter geben den Quellcode in der Regel nicht frei womit die Weiterentwicklung nicht sichergestellt ist.

Sollte eine Baukasten-App dennoch gewagt werden, empfiehlt es sich die App mit einem eigenen AppStore Account (Apple Developer Programm) zu publizieren. So sind sind die Chancen den Reviewprozess zu bestehen höher. Ausserdem ermöglicht ein eigener Account auch die Verlinkung aus den Stores (Apple und Google) auf die Unternehmens-Webseite, was von den Suchmaschinen gut bewertet wird und mehr Online Präsenz verschafft.

Wer setzt meine „App-Idee“ um?

Wenn auch physisch, technisch und preislich ein App-Projekt mit dem Bau eines Eigentumshauses nicht vergleichbar ist, kann eine Parallele in der Vorgehensweise gezogen werden:

  1. Selber bauen – ohne Vorwissen, Baumaschinen und Werkzeuge, lässt man lieber die Finger davon. Ausser die Lernbereitschaft ist hoch, Hürden und Fehlversuche nimmt man in Kauf und die Umsetzungsdauer spielt keine Rolle.
  2. Subausführer beauftragen – sofern der Bauprozess und die Arbeitsschritte der Architekten, Maurer, Zimmerer etc. bekannt sind, kann es durchaus in Anbetracht genommen werden.
  3. Generalunternehmung beauftragen – Auf Anhieb muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, dafür ist das Resultat vorhersehbar und meist zufriedenstellend.

1. Selber programmieren

Obschon die Technologie und Möglichkeiten ständig wandeln, hat sich die App Programmierung nicht gross geändert. Zwar gibt es mittlerweile viele Tutorials, doch eine Schritt für Schritt Anleitungen um eine App zu erstellen gibt es nicht. Ganz im Gegensatz zu Websites, wo mit Tools wie «Wix», «Weebly» oder «Jimdo», ohne grosses Vorwissen eine repräsentative Webseite zusammengestellt werden kann. Solange zwei Key-Player (Apple und Google) mit unterschiedlichen Betriebssystemen den Mobile Markt dominieren wird dies nicht schnell ändern.

Selber programmieren

Auf einer Wissens- oder Komplexitätsskala würde folgende Abfolge gelten: PowerPoint Präsentation erstellen, Webseite umsetzen, App programmieren. Wenn kein Programmiervorwissen besteht, so ist mit gut einem Jahr intensiverer Lernzeit (Technologieaffinität vorausgesetzt) zu rechnen, bis man überhaupt mit der App Programmierung beginnen kann.

Nebst dem Programmieren einer App ist deren Konzeption eine genauso herausfordernde und wichtige Aufgabe. Eine App Idee in ansprechende und sinnvolle Funktionsbereiche und Benutzeroberflächen festzuhalten ist nicht einfach. Zum Einstieg empfehlen wir die iOS Design Guidelines, da sie gut umschrieben und immer auf dem neuesten Stand sind. Sie geben einen Eindruck wie viele Konzeptionsaspekte bei einer App berücksichtigt werden müssen und das Verständnis, wie wichtig die App Konzeption ist.

2. Freelance Entwickler beauftragen

Entwickler denken eher technisch und sachlich als wirtschaftlich und benutzerorientiert. Den Sinn hinterfragen, mitdenken, neue Ideen einbringen, etwas anders und besser machen, tun wenige, den dafür sind ja die UX Experten, Projektmanager und Berater da. Ihre Aufgabe ist, die App-Spezifikation in eine Anwendung umzuwandeln. Deshalb sollten Freelance Entwickler nur mit einem durchdachten und festgehaltenen Konzept angegangen werden.

Unterstützung in der Konzeption?

Freelance Entwickler sind auf Vermittlungsportalen wie «Upwork» und «Freelance» aufzufinden. Die Mehrheit der Mobile Entwickler sind auf eine Plattform spezialisiert oder arbeiten mit Cross-Plattform und Hybrid-Technologien. Wenn iOS und Android nativ, sowie auch das Backend angeboten werden, so steht bestimmt ein Entwickler-Team oder ein Unternehmen dahinter.

Die Erfahrung und Qualität eines Entwicklers kann an der Anzahl realisierter Projekte und seiner Profilbewertung abgeschätzt werden. Diese bieten jedoch keinen sicheren Anhaltspunkt, weshalb Portale mit einer Einstiegs-, sowie permanenten Kontrollen für Entwickler an Bedeutung gewinnen. Diese nehmen Entwickler erst nach einem Test auf und prüfen regelmässig deren Arbeitsqualität und Verfügbarkeit. Die Zuverlässigkeit ist zwar höher, dementsprechend auch die Preise.

Dediziertes Projektteam gesucht?

Zu bedenken ist die längerfristige Verfügbarkeit und der Support. Diese Portale bieten keine gemeinsame Vision und Kultur und die Entwickler springen von Projekt zu Projekt. Der Betrieb sollte hinterfragt und wenn möglich mit einem SLA-Vertrag im vorneherein abgesichert werden.

3. App Unternehmung oder digital Agentur

Viele Softwareprojekte scheitern bereits in der Umsetzung und gelangen nie in die Hände der Zielgruppen. Fehlschätzungen, Budgetüberschreitungen, Entwicklerabsprünge, falsche Architektur oder Technologiewahl sind häufige Ursachen. Oftmals wird auch die Vermarktung, Betriebskosten und Weiterentwicklung unterschätzt.

Jede App Agentur sollte eine verständliche und transparente Leistungsübersicht über alle Projektzyklen hinweg gewährleisten um ein gemeinsames Verständnis mit dem Kunden zu entwickeln. App-Projekte sind vorhersehbar und mit erfahrenen App Unternehmen oder Digital Agenturen ist ein Projektversagen praktisch auszuschliessen.

Unser Projektvorgehen

Ein ausführliches App-Konzep mit ansprechender und intuitiver Benutzerführung stellt das Grundgerüst dar, anhand welcher die App programmiert werden kann. Als Kunde sollte man in der Konzeptionsphase mit einbezogen werden und die resultierende Spezifikation gemeinsam abgenommen werden. Schlecht durchdachte Konzepte können zwar auch die Anforderungen erfüllen, jedoch auf Kosten der Qualität. Nachträgliche Änderungen sind meist mit zusätzlichen Kosten verbunden. In der Konzeption liegt meist der Hauptvorteil von App-Agenturen. Einen Anhaltspunkt bieten gute Referenzenprojekte mit hohen Downloadzahlen und guten Bewertungen in den Stores.

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Der Preis bestimmt nicht alleine die Preisleistung. Eine detailliertere Aufwandsschätzung, Entwicklerstunden im Verhältnis zu den allgemeinen Aufwänden, offengelegte Betriebskosten sowie eine definiertes Change Request Management sollten auch immer berücksichtigt werden. Ist die Zusammenarbeit nicht mehr zufriedenstellend, ist eine Übernahme von neuen Agenturen oder Entwicklern meist mühsam und mit Zusatzkosten verbunden.

 

„Die App Idee“ als Erfolgsgarantie?

Erste Recherchen deuten auf eine Marktlücke, der Businessplan geht auf und die finanziellen Mittel sind vorhanden. Erfolgsentscheidend und am wenigsten vorhersehbar ist das App Marketing. Nicht umsonst gibt es so viele Marketing-Agenturen und -Kampagnen, doch das Erfolgsrezept für die App Vermarktung gibt es nicht.

App Marketing

Jede App Vermarktung muss individuell angegangen werden. Spricht die App eine bestimmte Nutzergruppe oder die breite Masse und den Alltagsuser an, welche verwandten Interessen haben die User, ist das Zielpublikum aus der Region oder will man die globale Reichweite erzielen, sind die User eher digital oder klassisch unterwegs? Vermarktungsmöglichkeiten und Kanäle gibt es viele und je treffender die Kampagne geplant wird, desto höher die Erfolgschancen.

App Marketing

Mehr User erreichen?

Prototyping und User-Tests

Bestes Marketing ist, wenn die User selbst eine App weiterempfehlen. Doch kommt die App überhaupt bei den Usern an? Das eigene App-Projektvorhaben wird subjektiv betrachtet. Oft empfehlen wir einen Prototyp zu erstellen, welcher ermöglicht von unabhängigen Usern ein objektives Feedback zu erhalten. Zwei Prototyp Ansätze sind möglich, ein Funktions- oder ein Designorientierter:

Prototyping und User-Tests

  • Funktionaler Prototyp – der Fokus liegt in der Umsetzung der Kernanwendung ohne Feinschliff und Design. Die Hintergrundlogik und Mechanik wird programmiert und getestet.
  • Design Prototyp – die Ansichten werden designt und miteinander verknüpft, so dass sich die User durch die App navigieren können. Manchmal genügt auch schon, den Ablauf in Form von Wireframes auf Papier festzuhalten.

App Ideen gibt es viele und wir werden regelmässig mit neuen App-Projektvorhaben konfrontiert. In den Medien hört man vor allen von Erfolgsstories und neuen Startups aus der Digitalszene. Über die Misserfolge, die langen Konzeptions- und Entwicklungszeiten in der stillen Kammer wird kaum gesprochen. Ob eine App Projekt gestartet werden soll ist kein einfacher Entscheid. Wir hören uns gerne eure App-Ideen und Vorhaben an und geben euch eine ehrliche Meinung ob sich ein Projektstart lohnt.

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