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Reboot Develop – Schweizer Spiele räumen ab 16. April 2019 - Maroje Ljutic

Im wunderschönen historischen Dubrovnik, Drehort von Filmen und Serien wie «Game of Thrones» und «Star Wars», findet eine der grössten und einzigartigsten Spielentwickler und Gameindustrie Konferenzen der Welt statt.

Reboot Develop Blue Kongress Opening

Mit mehr als 2000 Teilnehmern und rund 800 Unternehmen bietet Reboot Develop Blue eine vielfältige Mischung aus Indie- und etablierten Entwicklerstudios. Die Organisation und das Ambiente im noblen Sheraton Dubrovnik Riviera Resort sind auf höchstem Niveau.

Big Business, no Suits

Obwohl die Spielindustrie eine wirtschaftlich starke Branche ist, überwiegen casual Outfits, in Anzügen war nur das Resport-Personal. Den Spielliebhabern steht anscheinend die Einfachheit und das Wohlbefinden im Vordergrund, dafür sind die Ansprüche bei der Gamer-Ausrüstung bestimmt viel höher.

Reboot Developer Conference in Dubrovnik

Alle Aussteller und Besucher sind sehr offen, gelassenen und wollen sich möglichst viel austauschen. Von anderen Messen sind wir es anders gewohnt, da stand das Business und Verkaufen im Vordergrund und oft eine gewisse Skepsis gegenüber den Gesprächspartnern. Die Atmosphäre am Reboot Develop ist sehr freundlich und angenehm, die Vorträge interessant und oft mit einen humoristischen Charakter.

Game Developer Clans

Viele Entwicklerstudios kommen mit ihrem ganzen Team an die Reboot Develop Konferenz. Die meisten haben ihr eigenes T-Shirt und kommen wie eine Gang oder Klan rüber. Dies in einem positiven Sinne und man wird dadurch bewusst, wie viele Programmierer, 3D-Artisten, Designer und Audio-Produzenten Monate, Jahre und teils Jahrzehnte für ein Spiel eng koordinieren und arbeiten müssen.

An den Abenden ist jeweils ein Fussballturnier organisiert und am späten Abend Partys. Die Partys werden von grösseren Spielindustrie-Brands gesponsert. Die Lightshow ist den besten Ibiza-Clubs gerecht und dank unmittelbarer Nähe vom Hotelkomplex sind die Partys sehr gut besucht. Bis spät in die Nacht wird getanzt und viel Alkohol konsumiert und der Kongress bekommt einen Festival-Charakter. Für viele regionale Gamestudios dient der Reboot Develop Kongress zugleich als Teambuilding.

Spielindustrie: Key-Players

Entwickler vs. Publisher

In der Wertschöpfungskette der Spielindustrie agieren vor allem zwei Key-Players, die Entwicklerstudios und Publisher. Die Hardworkers sind die Entwicklerstudios, welche von Konzept, Programmierung bis zum Marktreifen Produkt das Spiel umsetzen. Die Publisher sind für die Platzierung und Vermarktung der Spiele zuständig.

Ein häufiges Gesprächsthema unter den Spieleentwicklern sind die Publisher. Es gibt Publisher die in ein Spiel bereits während der Umsetzung finanziell investieren. Wiederum gibt es Publisher die Erfolge durch ihren Vertrieb und Marketing versprechen und dadurch Verträge mit den Entwicklerstudios abschliessen, die mehr als 50% vom Spielerlöss ihnen zuschreiben, ohne einen Rappen vorinvestiert zu haben. Der Spielerfolg ist nicht direkt vom Marketing ablesbar und so einige Entwickler fühlen sich von Publishern hintergangen.

Entwickler näher am Markt

Die Kluft zwischen Spielentwicklern und Publishern hat in den letzten Jahren abgenommen. Neue Online Stores (keine CDs etc.) ermöglichen den Spieleentwicklern direkten Marktzugang ohne Publisher. Es geht auch soweit, dass die Store- und Konsolen-Anbieter, wie Sony PlayStation, Microsoft Xbox, Facebook Oculus direkt Studios fördern, Spiele für ihre Plattformen und Stores zu entwickeln.

Reboot Develop B2B Area

Nebst der guten Unterhaltung am Reboot Develop liegt das Ziel der kleinen Indie-Studios ihr Spiel im besten Licht darzustellen damit ein Publisher oder noch besser Store-/Plattform-Betreiber ihr Spiel erkennt. Grössere Studios wie Ubisoft, EA, Gameloft hingegen wollen sich als gute Arbeitgeber präsentieren um junge und talentiert Mittarbeiter zu gewinnen, oder gleich ein Entwicklungsteam oder Spiel zu übernehmen.

Mindset der Indie-Szene

Im Indie-Expo-Saal sind einige gute Spiele zu finden, in die sehr viel Arbeit und Liebe zum Detail gesteckt worden ist. Die Entwickler erhoffen sich mit einer einzigartigen hervorstechenden Spielmechanik oder Grafik einen Hit zu landen. Häufig ist deren Begeisterung für ihr Spiel subjektiv und der Erfolg ist bei kleineren Studios oft reine Glückssache.

Grössere Studios und vor allem Publisher haben Messwerte um das ultimative Spiel zu erkennen. Die Spiele oder Prototypen werden anhand einer kleinen Nutzergruppe getestet um die Messwerte wie die Spielverweildauer, Anzahl wiederkehrendes Spielen etc. zu messen. Anhand dieser wird entschieden ob und mit welchem Monetisierungsmodell das Spiel gelauncht wird (Einmal-Bezahlung, Freemium etc.). In der Anfangsphase kommen auch Game-Psychologen zum Einsatz, welche besondere Spielthematiken mit «Suchtpotential» für gewisse Zielgruppen auffinden sollen.

Reboot Develop Indie Expo Saal

Das Mindset der Indie-Szene ist anders. Sie entwickeln aus Leidenschaft für Spiele und lassen sich von kommerziellen Faktoren weniger beeinflussen. Für viele liegt der Erfolg bereits darin, als unabhängige Spieleentwickler über die Beine zu kommen.

Ist der Spiele-Markt übersättigt?

Wir ziehen eine Parallele der Spielindustrie mit der Musikindustrie vor 10-15 Jahren: Damals wurden Songs und Albums mit CDs vertrieben und Produzenten waren auf Plattenlabels angewiesen. iTunes, Spotify, YouTube ermöglichten einer viel breiteren Masse den Marktzugang. Zudem war die Produktion, vor allem elektronischer Musik, durch neue Software und günstigeren Hardware Komponenten vielen Hobby-Produzenten und Künstlern ermöglicht.

In einem ähnlichen Stadium befindet sich die Spielindustrie heute. Mobile App Stores, Steam, Oculus VR etc. ermöglichen einen einfachen Marktzugang und die Lizenzkosten für Spiel-Entwicklungs-Tools sinken. Zudem ermöglichen die Entwicklungs-Tools von Heute sich mehr auf das Spiel selbst zu konzentrieren, statt auf die Optimierung, Programmierung der Engine und das Grafik-Rendering.

Ein Überangebot an neuen Spielen bestätigt auch der Fakt, dass auf dem grössten Computerspiele-Markt «Steam» im Jahr 2016 38% aller Steam-Spiele herausgekommen sind. Und nur im Jahr 2017 sind knapp 8’000 Spiele auf Steam publiziert.

Die Entwickler spüren den Überschuss und sind sich bewusst, dass heute nur noch grosse Titel ihre Aufmerksamkeit bekommen. Wir glauben, dass durch ein Umdenken in der Szene Spiel-Entwickler auch anderswo ihr Potential ausnutzen können:

  • Spiele sind ein ideales Mittel für Brand Awarness. Ein gutes Beispiel ist das «My Lidl World» Spiel mit paar Millionen Downloads.
  • Spiele können edukativ sein, und mit lokalem Charakter eine Kultur näherbringen.
  • Spiele und Gamification müssen nicht nur an Computern gespielt werden, sondern können auf Schauplätzen, in Schaufenstern, Museen oder in Interaktion mir echten Gegenständen gespielt werden. Vgl. Pokémon Go oder die Schnitzeljagt Trails von MyCityHighlight.

Des Weiteren glauben wir das sich Virtual Reality mehr durchsetzen wird und viel Spielraum für neuartige Spielmechaniken und -Welten bietet, welche noch Neuland bei den Spielentwicklern sind.

Wo Spiele und Gamification-Elemente angewendet werden.

100’000’000$ zu vergeben

«Epic Games» der Spielindustriegigant und Entwickler vom Megahit «Fortnite» vergibt 100 Millionen US-Dollar. Spielentwickler, Filmemacher, Wissenschaftler, alle können ihre Projekte einreichen und zwar über ein einfaches Formular, sovielmal sie wollen. Die einzige Bedingung ist, dass die Spiele oder Anwendungen mit der «Unreal Engine» von Epic Games produziert werden, welche nebst Unity3D sowieso schon Marktführer ist.

Das Programm namens Epic MegaGrants war auch unter den Kongressteilnehmern ein Gesprächsthema. Epic Games begründet ihr Funding ohne Renditeerwartungen und besonderen Bedingungen als Massnahme, die Gaming-Community zu verbessern und wachsen zu lassen. Indirekt profitiert auch Epic Games davon und ein gutes PR in der Entwicklerszene ist ihnen gelungen. Mit Gewinnen in Milliardenhöhe kann man auch «etwas» an die Community zurückgeben 🙂

Indie-Awards: Schweizer Studios räumen ab

Jedes Jahr werden am Reboot Develop Awards für Indie-Spiele in 6 Kategorien vergeben. Bei der Vergabe des Hauptpreises für das beste Indie-Spiel des Jahres, fielen mir zwei bekannte Gesichter auf. Zwei Jungs, die ich im Lift noch halbverschlafen auf dem Weg zum Frühstück kennengelernt habe. Wahrscheinlich hätte ich die beiden nicht wiedererkannt, hätte man bei der Dankensrede am Englischen nicht erkannt das sie Schweizer sind 🙂

 

Der Hauptpreis ging an das Spiel FAR: Lone Sales vom Zürcher Studio Okomotive. Auch der Preis für «Outstanding Gameplay» ging ein Zürcher Studio namens Stray Fawn mit dem Spiel Nimbatus. Swiss Game Developers go wild!

Reboot Develop Indie-Package – all inclusive

Hoffentlich findet auch im 2020 zum siebten Mal infolge Reboot Develop in Dubrovnik statt und für alle Interessenten geben wir einen Geheimtipp: Das Indie-Package bietet für rund 700 EUR ein All-inclusive Packet für zwei Personen:

  • 3-Tages-Pässe (8 parallele Vorträge, 2 Expo-Säle…)
  • Hotelunterkunft für 4 Nächte im 2-Bett-Zimmer inkl. Frühstück, 10min Gehweg entlang der Küste zur Konferenz
  • Ausgezeichnete Verpflegung an der Konferenz
  • Eintritt zu Konferenz-Partys inkl. Gratisgetränken

Alle Vorträge, Ausstellungsräume, Events und Partys finden in unmittelbarer Nähe gleich am Meer statt. Das preiswerte Indie-Package ist ein sorglos Packet und sollte frühzeitig gebucht werden, denn die Anzahl ist begrenzt. Übrigens, EasyJet und Swiss bieten Direktflüge aus der Schweiz nach Dubrovnik.

Update 17.4.2019: Reboot Develop Blue findet auch im 2020 statt, wir haben uns unsere Tickets bereits gesichert 🙂

Weitere Impressionen vom Reboot Develop Blue in Dubrovnik sind in der Facebook Gallery ersichtlich:

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