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Trip an den MWC 2015 in Barcelona 07. März 2015 - Maroje Ljutic

MWC Barcelona

Bild 1 – Erster Tag, vor dem Haupteingang

Am Samstag morgen ging mein Trip an den Mobile World Congress 2015 (MWC) los. Ich flog von von Basel nach Barcelona. Der Flug geht der spanischen Küste entlang und dank der klaren Sicht war er ein richtiger Genuss. Es erwartete mich frühsommerliches Wetter und es blieb den ganzen Aufenthalt meist so. Es ist mein erster Besuch in Barcelona überhaupt und die Stadt erinnert mich sehr an L.A. Vor allem fand ich den langen Strand sehr schön, mit vielen Menschen die herumspazieren, Beachvolleyball spielen, trainieren oder mit ihren Longboards oder Elektroscootern herumcruisen. In der Stadt fand ich mich gut zurecht, auch dank der von uns entwickelten MyCityHighlight App, die Barcelona ein paar Tage vorher lancierte.

 

«Media Markt statt Barcelona»

Am Montag fing der MWC an. Ich hatte keine Vorstellungen und war erstaunt wie gross die Messe ist. Vom Haupteingang bis zum letzten Pavillon (8) hat man gut zehn Minuten zu Fuss, trotz vier langen Laufbändern die einen schneller vorwärts bringen. Verglichen mit der Berner BEA schätze ich die Messe in Barcelona als doppelt so gross ein.

In den ersteren Pavillons sind die grösseren Players wie Samsung, Huawei, Microsoft, Sony, Lenovo und Co. Da sind die grössten und bestausgestatteten Stände, aber wirklich interessant fand ich es da nicht. Zurzeit geht es bei den Geräteherstellern mit den Innovationen langsam vorwärts. Ein paar Millimeter dünner, andere Materialien, etwas schnellere Prozessoren, Wasserdicht (und dann wieder nicht), aber nichts wirklich Innovatives. Samsung hat das Galaxy S6 und Edge vorgestellt, aber die durften nur geladene Medienvertreter anfassen, zumindest die ersten Tage. Wegen diesem Pavillon braucht man nicht unbedingt nach Barcelona gehen, man kann auch einen Monat später in den Media Markt und sieht eh fast alles.

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Bild 2 – Galaxy S6 Edge, hinter Glas

Apple war nicht dabei und ignoriert die Messe schon länger. Ich finde das schwach von Apple, denn die Messe ist hauptsächlich von den grossen Unternehmen finanziert, und Apple profitiert indirekt davon. Andererseits macht das Apple aus Marketingsicht gut, weil Apple dort nur «einer von vielen» wäre.

Beachtlich ist, dass fast jeder Hersteller Smartwatches anbietet, und die sehen auch gar nicht so schlecht aus. Ich trage keine Uhr, und wenn ich mal eine haben möchte, dann sicher eine klassische mechanische Schweizer Uhr, die finde ich noch immer viel faszinierender.

In den mittleren Pavillons waren einerseits Mobile Operator und Unternehmen die diese Infrastruktur betreiben und unterstützen. Anderseits waren da Austeller in Zusammenhang mit «Internet of things», Gadgets, «Smart Home» usw.  Technisch oder von der Idee hat mich wenig wirklich überzeigt, eher im Gegenteil; Ein Badezimmer Spiegel der prüft wie gut die man die Zähne putzt. Einige kleinere Gadgets kann man mit fertiger App oder noch besser mit einem SDK kaufen, und da sehe ich Potenzial solche auch in unseren zukünftigen Projekten einzusetzen.

 

Pavillon 8: App Planet Exhibition

Ich habe mich am meisten im Pavillon 8: «App Planet Exhibition» aufgehalten, dem hintersten Pavillon. So viel wie an dieser Messe bin ich schon lange nicht mehr gegangen und herumgestanden. Jetzt im Nachhinein tut es mir Leid, dass ich keine Sport/Health- oder Schrittezähler App installiert hatte. Es wäre spannend zu sehen, wie sich die Kurve diese Tage geändert hätte.

Im Pavillon 8 war auch die NTH beheimatet, unser Entwicklungspartner mit ihrem Portfolio.

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Bild 3 – NTH Team an ihrem Stand (ich in der Mitte)

Für die NTH war der Aufenthalt, oder zumindest vom Gefühl her, ein voller Erfolg. Ständig waren Besucher am Stand und obwohl mit einer 8-Mann Besatzung vor Ort, mussten manchmal Interessenten auf Beratung warten. NTH hat gleich fürs nächste Jahr noch einen grösseren Stand reserviert.

Für einen Software Anbieter lohnt es sich weniger einen Stand zu mieten. Ein grosser Teil der «Interessenten» kommen mit dem Hintergedanken ihr Angebot zu verkaufen. Es geht sogar so weit, das Unternehmen, ohne einen Stand zu mieten, ihr Sales-Personal da raus schicken, sogar manche mit Firmenlogos auf Kleidung. Ein Vertreter eines deutschen Unternehmens, ging herum und verteilte gratis Bier. Mit dem kam ich ein wenig ins Gespräch. Sein Unternehmen bietet eine Mobile Marketing Plattform an und hat sechs Sales-Leute rausgeschickt, um Bier zu verteilen und Kontakte zu knüpfen.

Ein anderer wollte ein Meeting mit der NTH, es ging um iBeacons so hab ich übernommen. Ein typischer Sales-Mann, der ein paar Tage eingeschult ist um sie zu verkaufen. Als er feststellte, dass wir mit iBeacons weit mehr Erfahrung als sein Unternehmen haben, sank sein Interesse an uns rapide.

Bei so einigen Ausstellern stellte ich fest, dass ihr Personal nur oberflächlich Ahnung von ihrem eigenen Angebot hat. Der komplette Gegensatz war einer der sein Produkt, ein mobile CMS, in- und auswendig kannte und wahrscheinlich auch daran programmierte. Auf meine Frage, was es denn besser kann als die Konkurrenz, meinte er mit vollster Überzeugung, es gäbe noch gar keine (im Pavillon 8 gab es mind. 3 ähnliche mobile CMS Anbieter).

Weit am meisten Anbieter im Pavillon 8 waren VAS (Value Added Services) Infrastructure, Mobile Payment und Mobile Marketing Provider. Da die NTH das alles auch anbietet war das für mich weniger interessant.

Erstaunlich viele (mind. 5) Aussteller bieten Indoor-Ortungssysteme mit Bluetooth-Technologie an. Und zwar als darauf spezialisierte Unternehmen.

Dafür gab es erstaunlich wenig Augmented Reality (AR). Vielleicht weil das nichts direkt mit Mobile zu tun hat, aber die Besucher und mich hätte es gefreut. (Update 17.2.2018: Augmented Reality war dafür am MWC 2017, sowie das ganze Jahr voll Hype).

Sony und Intel waren auch im Pavillon 8. Mit ihrer Präsenz wollen sie auf die Mobile Entwickler zugehen und bieten ihnen verschiedene Tools, SDK und Cloud-Lösungen an, welche die Entwickler und ihre Apps ergänzen.

 

Mehr als nur Schokolade

Viele Länder mieten grössere Stände um innovative und perspektive Unternehmen ihres Landes vorzustellen und zu fördern. Die Austeller an diesen Länder-Ständen fand ich weit interessanter als solche mit viel mehr Auslagefläche.

Viel Zeit habe ich an den Ständen der Schweiz und von Österreich verbracht (ich lebte und arbeitete ein Jahr lang in Graz). Vom Angebot her hat mich der Österreichische mehr überzeugt. Jedoch ging es beim Schweizer Stand irgendwie viel fröhlicher und dynamischer zu (wer hätte das gedacht). Ab und zu gab es spontane Präsentationen vor dem Stand und einmal wurde allen Gästen am Stand und herum Bier verteilt. Am Dienstagabend gab es sogar einen Schweizer Aussteller Anlass in einem Japanisch-Brasilianischem Restaurant (konnte leider nicht hin, aber bedanke mich bei den Austellern von MyCity für die Einladung).

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Bild 4 – Mehr als nur Schokolade, war der Slogan des Standes

Ein paar Austeller vom Schweizer Stand möchte ich hier erwähnen.

Beekeeper – Würde gern noch mehr über Ihre Kommunikationsplattform wissen. Sie ergänzt sich evtl. gut mit einem unserer Produkte.

42 Matters – Ein interessanter Ansatz, der sie aus der Masse der Mobile Marketing Anbieter hervorhebt: Sie bieten genau das was jede mobile Marketing Plattform macht, sind aber kein Mobile Marketing Anbieter 🙂

Uepaa – Die Experten für Peer-to-Peer zwischen Smartphones. Habe die Jungs noch am Flughafen getroffen und hatten eine nette Unterhaltung. Helft ihnen die Schweiz zu vernetzen indem ihr ihre App herunterlädt „Here!“ (SDK bald erhältlich).

OneVisage – Eine neue Art der Authentifizierung, per 3D Gesichtserkennung. Drücke euch die Daumen damit ihr die Erkennung beschleunigen könnt, dann könnte es durchaus die Touch ID von Apple ablösen 😉 und denkt daran ein SDK herauszubringen.

 

Es lohnt sich schon nur wegen Barcelona

Viel Innovatives, das mir neue Ideen öffnete habe ich nicht gesehen. Auch mag ich mich an nichts erinnern das bei mir den «Wow»-Effekt auslöste. Aber dennoch hat es Spass gemacht die Messe und Aussteller zu erkunden.

Die Messe ist nicht der beste Ort um neue Kunden und Aufträge zu akquirieren, aber ein paar interessante Kontakte lernt man leicht kennen.

Wer die Messe besuchen möchte, sollte mindestens zwei Tage hingehen, ausser man ist der Typ der einfach nur «gewesen sein möchte» oder einen interessiert auch wirklich nur etwas Bestimmtes. Vier Tage dauert die Messe, und wenn man auch an den Vorträgen interessiert ist, dann wird es zeitlich knapp, alles zu sehen. Falls der Besuch weniger lange dauert, sollte man den letzten Tag meiden, weil dann weniger los ist und die Aussteller schon früher zusammenpacken.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ein regelmässiger Besuch nicht unbedingt. Und falls jemand noch nie in Barcelona war, ist die MWC eine ideale Gelegenheit, den mit einem Städtetrip zu kombinieren, denn Barcelona ist absolut erlebenswert.

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