Sind Sie interessiert an der Zusammenarbeit?

Hier Offerte anfordern

Blog

Flutter App Entwicklung

Weshalb wir gewisse Apps mit Flutter entwickeln

26. September 2020

Flutter für Android und iOSFlutter ist eine Open Source Lösung zur Entwicklung von mobilen Applikationen und neuerdings browserbasierten Anwendungen. Mit bald drei Jahren Marktpräsenz, ist Flutter zu einer reifen Entwicklungsumgebung gewachsen, welche sehr nahe an der nativen App Entwicklung ist. Bereits einige Apps konnten wir für Kunden oder für firmeninterne Zwecke mit Flutter entwickeln. Wir zeigen anhand Projektbeispielen auf, weshalb es unser bevorzugtes Cross-Plattform Framework geworden ist.

Die Kernmerkmale von Flutter

Die Flutter Entwicklungsumgebung wurde von Google entwickelt. Es ist nicht das erste Cross-Plattform Framework für Mobile Apps. Konkurrenten wie Facebook mit React Native und Microsoft mit Xamarin wollen auch in der Mobile Entwicklerszene mitmischen. Google hat mit Services wie Firebase und eigenem Betriebssystem Android seine bessere Ausganslage nutzen können und Flutter hat in den letzten Jahren den grössten Aufschwung erlebt.

Drei Kernmerkmale zeichnen Flutter aus:

  1. Schnellere Entwicklung von Apps dank «Stateful Hot Reload» und dem Widget Ansatz.
  2. Sehr nahe am nativen Look n’ Feel und flexibel für besondere Benutzeroberflächen.
  3. Native Performance dank Kompilierung zu nativem ARM Code und eigener Programmiersprache Dart.

Um wie viel reduziert sich die Entwicklung mit Flutter?

Eine App realisieren beinhaltet mehr als nur deren Entwicklung; die Anforderungen müssen studiert und ein Lösungskonzept erarbeitet, die App Ansichten gestaltet und das Projekt koordiniert werden. Diese Aufwände sind bei Flutter Projekten wie auch allen anderen hybriden Entwicklungsansätzen enthalten. So ist das Kostenersparnis, wie nachfolgendes Bild illustriert im Schnitt rund 25%.

Flutter Entwicklungsaufwand

Flutter ersetzt zwar die separate Entwicklung je Plattform, jedoch müssen ab und zu gewisse iOS oder Android spezifische Funktionen gesondert gehandhabt werden. Im Idealfall können bei App Projekten 50% der Kosten gespart werden.

Unsere Erfahrung mit Flutter

Mit nachfolgenden Projektbeispielen erläutern wir die Gründe, weshalb wir Flutter gewählt haben und wieso wir das wieder tun würden.

Recommerce App

Die Recommerce App ist eine reine B2B App, um Mitarbeitern den Arbeitsalltag zu erleichtern. Die Kernanwendung ist die Warenidentifikation und Bestandsaufnahme mit der Handykamera. Die aufgenommenen Fotos lassen sich direkt in der App bearbeiten und an das System von Recommerce übermitteln.

Recommerce Flutter App

Wieso wir Flutter gewählt haben:

  • Die Backend-Schnittstelle war vorhanden und da es sich um eine einfache App handelt, genügte es einen Entwickler an das Projekt zu setzen. So konnte wir auch die Koordinationsaufwände auf ein Minimum reduzieren.
  • Eine besondere Anforderung ist, während der Fotoaufnahme von bspw. Garantiebelegen die Ränder abzuschneiden, kurz Fotoscan-Funktion. Obwohl Flutter eine relativ neue Technologie ist, fanden wir eine Open Source Bibliothek dafür.

Auf ein Hindernis sind wir mit Flutter jedoch gestossen. Die Anbindung an den Server verhielt sich auf iOS nicht wie erwünscht, so mussten wir das nativ implementieren. Ein Vorteil von Flutter gegenüber anderen Frameworks ist, dass dies problemlos möglich ist.

Die App konnten wir in weniger als 3 Wochen programmieren und sie ist in keiner Hinsicht schlechter als eine native App ausgefallen.

Übrigens, Recommerce betreibt verkaufen.ch, eine nachhaltige Plattform wo man preiswert geprüfte Smartphones kaufen oder sein Gebrauchtes verkaufen kann.

RTF for Pilots App

Die RTF for Pilots App ermöglicht das Erlernen der Radio Telefonie während der Pilotenausbildung auch unterwegs auf dem Smartphone.

RTF Pilots Flutter App

Die App hatten wir im 2017 nativ entwickelt. Da sie in der Zwischenzeit nicht mehr für die neuesten iOS und Android Betriebssysteme optimiert war, stellte sich die Frage, die Apps auf beiden Plattformen separat aktualisieren oder sie neu mit Flutter umsetzen.

Wir entschieden uns für Flutter aus diesen Gründen:

  • Das UI der App ist sehr spezifisch. Dafür ist Flutter die bessere Wahl, da es nur einmal programmiert wird und identisch auf iOS und Android daherkommt.
  • Das Backend war vorhanden, so konnten wir wiederum nur einen Entwickler ans Projekt setzen.
  • Die iOS App war noch in Objective-C programmiert und Android in Java*. Der Kunde wollte die App mit neuen Technologien aufsetzen um sie längerfristig einfacher zu Warten. Flutter ist dafür die optimale Wahl, da nur mit einer Codebase iOS und Android unterhalten werden.

* Diese beiden Programmiersprachen werden für Mobile Apps mit Swift und Kotlin abgelöst.

Unsere Mitarbeiter App «Abox»

Abox, kurz für Access Box, ist unsere hauseigene Cloud Anwendung zur Abwicklung und Verarbeitung diverser Adminaufgaben. Unsere Absicht war, gewisse Bereiche mit einer App abzudecken, wie bspw. die Anwesenheitsübersicht und Zeiterfassung, die Kontaktliste aller Mitarbeiter und die Reservation des Dienstwagens.

Abox Flutter App

Wir entschieden uns die App mit Flutter umzusetzen, da es ein internes Projekt ohne Deadlines war. So konnten wir mit dem relativ neuen Framework experimentieren und mit weniger Aufwand erste Resultate erzielen.

Flutter erwies sich als richtige Wahl und die Abox App wird von unseren Mitarbeitern gerne benutzt.

Fazit

Wie aus den Beispielen zu entnehmen ist, kann sich eine App mit Flutter zu entwickeln lohnen:

  • bei einfachen Apps
  • bei speziellen 2D Benutzeroberflächen
  • bei kleineren Projekten ohne Backendentwicklung
  • um schnelle Prototypen umzusetzen
  • um den Koordinationsaufwand zu reduzieren
  • wenn Flutter Widgets für besondere Anforderungen vorhanden sind
  • für tieferen Wartungsaufwand dank einer Codebase

Dennoch müssen wir gestehen, unsere App Entwickler bevorzugen die native Mobile App Entwicklung und wir glauben nicht dass das in naher Zukunft ändern wird. Native Apps sind halt die Premium-Lösung, technisch immer auf dem neuesten Stand und funktional allen anderen Entwicklungsansätzen überlegen.

Flutter ist nicht weit weg davon entfernt und kommt vor allem zum Einsatz, wenn Entwicklungsaufwand und Kosten gespart werden sollen. Wir sind froh, dass Apps mit dem nativen und dem Cross-Plattform Ansatz entwickelt werden können. So können wir je nach Anforderungen und Bedürfnissen unseren Kunden die richtige Lösung anbieten. Wenn es Cross Plattform sein soll, werden wir weiterhin auf Flutter setzen.

Weiterlesen
Preisgünstiger WooCommerce Webshop

WooCommerce – der einfache, funktionsreiche und preisgünstige Webshop

11. September 2020

WooCommerce ist das beliebteste kostenlose Webshopsystem auf unserem Planeten, mit rund einem Drittel Marktanteil. In wenigen Klicks ermöglicht das WooCommerce-Plugin den WordPress basierten Online Auftritt mit einem Webshop zu erweitern. WooCommerce ist ein sehr administrationsfreundlicher Webshop und bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten an.

WooCommerce Marketshare 2020

WooCommerce Shops mit Seitentemplates oder individuellem Design?

Für WordPress Websites wie auch WooCommerce Webshops gibt es verschiedene vorgefertigte kostenlose und kostenpflichtige Webdesign-Vorlagen, im Fachjargon Themes oder auch Templates genannt, die sich einfach übernehmen lassen. Diese Designvorlagen lassen sich beschränkt anpassen, wie Logo, Farbgebung, Schriftarten etc. Änderungen am Layout sind oft schwierig umsetzbar und kostspieliger, so stellt sich die Frage, ab wie viel Individualisierung eine Neuentwicklung des Frontends doch mehr Sinn macht?

Die Antwort hängt davon ab, was die Bedürfnisse, das Budget und die Absichten mit dem Online Shop sind. Wenn der Online Shop zum Kerngeschäft werden soll und die Geschäftsentwicklung offen ist, bspw. auf Anzahl Produktarten und Kategorien etc. empfehlen wir die Webshop-Oberfläche Individual zu programmieren. Dabei bleibt WooCommerce im Hintergrund weiterhin das CMS mit mächtigen Funktionen, welches sich relativ schnell implementieren lässt und Kosten spart.

SoFlow Webshop

Für den Schweizer eScooter Hersteller SoFlow durften den Webshop neu mit WooCommerce aufsetzen. Dabei handelt es sich um ein Individualdesign ohne Seitentemplates, welches auf die Bedürfnisse von SoFlow zugeschnitten ist.

SoFlow WooCommerce Shop

Der Webshop ist für verschiedene Länder in Europa sowie die USA optimiert und enthält viele Bezahloptionen. Dank WordPress und WooCommerce konnten wir den Webshop innerhalb 120 Arbeitsstunden umsetzen, wobei der Grossteil auf die Programmierung der massgeschneiderten Benutzeroberfläche entfallen ist.

Weitere Webshops finden Sie unter Referenzen oder Sie kontaktieren uns und wie zeigen Ihnen unsere WooCommerce Webshop Lösungen persönlich.

Übrigens, das Bildmaterial trägt für einen ansprechenden Webshop genauso viel bei wie das Webdesign. Die tollen eScooter Produkt- und Szenenfotos hat Marcel Renggli geschossen und den Webshop um 300% aufgewertet 🙂

Für wen eignet sich WooCommerce als Webshop?

WooCommerce ist sehr einsteigerfreundlich und eignet sich deshalb bestens für KMUs, Privatpersonen, Affiliate-Blogger, die ihren Webshop kostengünstig aufsetzen und eigenständig betreuen möchten. Besonders wer schon eine WordPress Webseite besitzt, wird auf WooCommerce greifen, um seinen Webauftritt mit einem Shop zu ergänzen.

Bei WooCommerce gilt es den Sicherheitsaspekt zu beachten, vor allem wenn Templates oder viele Plugins zum Einsatz kommen. Dadurch wächst der Quellcode des Webshops mit Programmteilen von Drittanbietern erheblich. Sofern der Webshop nicht nebensächlich oder nicht nur um sich im Online Business zu versuchen ist, empfehlen wir immer den Shop von einer professionellen Webagentur entwickeln zu lassen. WooCommerce ist grundsätzlich sicher und so besteht im Hinblick auf die Sicherheit kein Risiko.

Internationale und etablierte Unternehmen greifen meist weniger zum WooCommerce Webshop. Ein Grund ist oft, dass sie schon interne Systeme im Einsatz haben welche mit WooCommerce speziell integriert werden müssten. Für solche Individualanbindungen ist WooCommerce nicht besser als andere Shopsysteme und allenfalls entscheidet sich die Firma ihren Shop komplett eigenständig und ohne bestehende Shopsysteme von Grund auf zu entwickeln. Zweitens wird WooCommerce womöglich weniger von solchen Firmen gewählt, da es als der einfache und kostengünstige Webshop angepriesen wird und somit noch immer als die Einsteigerlösung wahrgenommen wird. Mittlerweile ist WooCommerce ein leistungsstarkes und skalierbares Shopsystem mit welchem alle uns bekannten Anforderungen, inkl. Anbindung an ERP und andere Drittsysteme abgedeckt werden können.

BikeBox ERP Webshop

Bikebox.ch ist ein WordPress Online Auftritt mit integriertem WooCommerce Webshop. Wir konnten eine Custom Anbindung an das ERP-System programmieren und so einen automatisierten Prozess von Warenlager bis zur Bestellung und darüber hinaus programmieren.

Die Vorteile von WooCommerce

1. Tiefe Initialkosten

In Kombination mit einem WordPress Templates ist ein WooCommerce Shop im Handumdrehen umgesetzt, somit meist kostengünstiger als andere Shopsysteme. Auch ohne Templates bietet es ein hervorragendes Shopsystem CMS auf dem effizient ein Webshop aufgebaut werden kann.

2. Simpel

Das benutzerfreundliche WooCommerce CMS ermöglicht in max. einer Stunde Einarbeitungszeit jedem das selbständige Pflegen seiner Shop-Produkte und Einsicht in diverse Verkaufsstatistiken.

WooCommerce CMS

3. Grosse Community

Als beliebtester Online Shop hat WooCommerce auch die grösste Community. So wird er stets funktional sowie in Hinsicht auf die Sicherheit weiterentwickelt.

4. Suchmaschinenfreundlich

WooCommerce lässt sich hervorragend für SEO optimieren, dank dem «Yoast» Plugin, welches schon fast zum WordPress Standard geworden ist.

5. Responsive

Heute schon selbstverständlich, WooCommerce Shops können und müssen responsiv sein, auch um bei Google besser zu rangieren und eine grössere Reichweite zu erzielen.

Sika WooCommerce App

Haben Sie gewusst, dass WooCommerce auch für Shops in einer nativen App benutzt werden kann? Genau das haben wir gemacht, das WooCommerce CMS als Grundlage für den Webshop in der Sika App benutzt.

6. Ansprechendes Design

Dies hängt natürlich von Frontend Entwickler ab, oder der Theme welche gewählt wurde. Diese beiden Möglichkeiten machen es zu einem nennenswerten Vorteil gegenüber manch anderen Shopsystemen.

7. User generated Content

In WooCommerce Shops lassen sich einfach Kommentar- und Bewertungsfunktionen einbinden. Das kann sich positiv auf das Google Ranking auswirken und gute Produkte erzielen gute Bewertungen und Kommentare, was den Verkauf zusätzlich fördert.

8. Flexibel & skalierbar

WooCommerce lässt sich beliebig erweitern, sei es mit Plugins oder einer Eigenentwicklung.

9. Artikelvielfalt

WooCommerce Shops sind nicht nur für physische Produkte geeignet. Digitale Produkte, wie Online Seminare, Buchungen, Tickets lassen sich genauso gut verkaufen.

10. Viele Zahlungsmöglichkeiten

Verschiedenste Paymentprovider können integriert werden, vor allem die bekannten Schweizer Anbieter wie Twint und PostFinance. Kreditkarten, PayPal und Bezahlung auf Rechnung sind also kein Problem.

11. Flexible Versandoptionen

Unterschiedliche Artikel können Versandkostenklassen zugeordnet, der Versand in verschiedene Länder mit Zonen geregelt und die Sendeverfolgung einfach mit einem Plugin integriert werden. Die Versandeinstellungen sind vielfältig und kinderleicht zu managen.

12. Dashboard für Sales-Auswertungen

WooCommerce bietet eine leistungsstarke grafische Verkaufsübersicht. Verkäufe können zeitlich nach Land, Kunde, Zahlungsart, Produkt(gruppe) und vielen anderen Parametern gefiltert werden und auch monatliche Sales Vorhersagen lassen sich anzeigen.

WooCommerce Sales Dashboard

Ist WooCommerce der beste Onlineshop?

Einen Nachteil hat WooCommerce schon, nämlich bei Updates von WooCommerce, WordPress, Themes oder Plugin Versionen. Je mehr Plugins verwendet werden, desto mehr steigt die Abhängigkeit von Drittanbietern. Bspw. wenn ein Plugin noch nicht reif für eine neue Version ist, dann können Bugs und Schönheitsfehler auftreten oder das Plugin ist komplett inkompatibel. Oftmals bleibt nichts anderes übrig, als auf den Fix des Pluginanbieters zu warten und auf der alten Version weiterzufahren.

Um dies möglichst zu umgehen empfiehlt es sich mit erfahrenen Webagenturen zu arbeiten, die nur mit bewährten und notwendigsten Plugins arbeiten.

Wir sind noch nie auf Anforderungen gestossen, welche wir mit WooCommerce nicht meistern konnten. Es stellt ein vollwertiges Shopsystem dar, auf welches wir immer wieder gerne zurückgreifen und zwar am liebsten ohne Seitentemplates (Themes), so dass wir uneingeschränkt Onlineshops gestalten können, die ihre Besucher lieben werden.

 

Weiterlesen
App Entwicklung Kosten

App Entwicklung Kosten – was kostet eine App?

28. August 2020

Kurz und präzise lautet die Antwort auf die Frage was eine App Entwicklung kostet; ab drei-viertausend hin zu einer halben Million Schweizer Franken. Wer die Kosten für sein App-Projektvorhaben genauer in dieser Preisspanne einordnen und erfahren möchte, wie sich die Kosten einer App Entwicklung zusammensetzen findet in diesem Artikel die Antwort.

Preisspanne App Kosten

Die Kosten der App Konzeption

Jedes Projekt beginnt mit der Konzeption, so auch eine App-Entwicklung. Im Schnitt macht die Konzeption 30% der Kosten aus, den mit einem gut ausgearbeitetem Pflichtenheft, App-Designs und Projektplan kann wenig schief gehen. Dabei lohnt es sich mit Anbietern aus der Region zu arbeiten, da das Verständnis für die User- und Marktbedürfnisse sowie für eine erfolgreiche Einführung gegeben ist.

Wir empfehlen oft im ersten Schritt nur die App-Konzeption zu beauftragen und danach über die Entwicklung der App zu entscheiden. Mit der Beauftragung der Konzeption ist man für die App-Entwicklung nicht verpflichtet und kann anderswo weitere Offerten einholen, auch im Ausland wo die Stundensätze meist tiefer sind als in der Schweiz.

Viele Möglichkeiten, höhere Kosten

Die leistungsfähigen Smartphones und Mobile Apps bieten viel breitere Anwendungsmöglichkeiten als klassische Software und Online Anwendungen. Dementsprechend können die Funktionen und Szenarien einer App fast ins unendliche wachsen und somit auch die Entwicklungskosten.

App Kostentreiber

Nachfolgend zählen wir drei typische Kostentreiber bei der App Entwicklung auf:

Dynamische Inhalte

Die Inhalte einer App sind meistens dynamisch, was ein Backend und die Schnittstellenprogrammierung dafür voraussetzt. Da sich die Technologie und Programmiersprache dafür wesentlich unterscheidet, braucht es zusätzliche Entwickler im Projekt. Die App Entwicklungskosten können sich sogar verdoppeln.

Automatisierte Push-Nachrichten

Mit Google Firebase können Push-Mitteilungen innerhalb eines Tags in eine App implementiert werden. Sollen Push-Nachrichten in Abhängigkeit von gewissen Gegebenheiten und nur an bestimmte App-User automatisiert gesendet werden müssen diese Hintergrundprozesse programmiert werden. Die Kosten von einem Manntag können schnell auf einige Wochen wachsen.

Echtzeit Informationsaustausch

Dieses Feature macht eine App richtig spannend und veränderte viele Markt- und Benutzergewohnheiten. UBER, Tinder, Google Maps sind beste Beispiele wo dem App-User anhand Echtzeitdaten die beste Lösung vorgeschlagen wird. Dieser Live-Datenaustausch muss auf einer leistungsstarken Architektur laufen und bedarf oft der Integration von Drittsystemen, bspw. an einen Fahrplan. Die Umsetzungskosten sind hoch, den so ein App-Projekt Bedarf i.d.R. 1000 und mehr Entwicklerstunden.

Doppelte Entwicklungskosten für iOS und Android?

Mit der nativen App Entwicklung schafft man Apps mit dem besten Benutzererlebnis. Allerdings erfordert das eine separate Entwicklung mit den von Apple resp. Google zur Verfügung gestellten Tools.

iOS und Android Kosten

Die Projektkosten sind nicht wie oft angenommen doppelt so hoch. Generell sind die Kosten etwa nur 20% höher. Als günstigere Alternative können hybride oder Web-Apps programmiert werden. Mehr zu den Entwicklungsansätzen sind im Beitrag «Projektvorhaben App» zu finden.

Kostengünstige App vs. Sicherheit

Die Umsetzungskosten einer App hängen wesentlich davon ab, ob sie von Freelancern, Offshore-Teams oder einer Schweizer App-Agentur entwickelt werden.

Freelancer

Die meisten Freelancer sind selbständige Entwickler, die von Projekt zu Projekt springen und dies oft auch nebenberuflich ausüben. Dadurch besteht Gefahr das Entwickler abspringen, Timings nicht eingehalten oder die erhoffte Qualität ausbleibt. Nimmt man dies in Kauf, kann man dafür mit 50% tieferen Preisen rechnen.

Offshore-Entwicklerteams

Auch IT-Outsourcing Dienstleister genannt sind üblicherweise Entwicklerteams ausserhalb Europas. In Indien bezahlt man 75% und im näheren Osten rund 50% tiefere Stundensätze als bei App Agenturen aus der DACH Region. Dafür ist das Verständnis für den westeuropäischen Markt meist nicht gegeben und sprachliche, kulturelle sowie Unterschiede in den Zeitzonen erschweren die Zusammenarbeit besonders bei der Projektaufgleisung und Einführung.

App-Agentur

Agenturen für App Entwicklung haben iOS und Android Entwickler, Backend-Entwickler, UX-Designer, Projektleiter und Tester angestellt. Das eingespielte Team sorgt für eine hohe Qualität unter Einhaltung der Budgetvorgaben und Timings. Sofern Sie in der Schweiz ansässig sind, profitieren Sie mit Schweizer Agenturen von der persönlichen Beratung, gemeinsamen vor Ort Konzeption und Zusammenarbeit. Angrenzende westeuropäische App-Agenturen mögen zwar kleinwenig günstigere Preise anbieten, aber die gegenseitige Motivation und Freude am Projektfortschritt die sich bei persönlichen Treffen entwickelt, wird kaum erreicht.

Freelancer vs App Agentur

Unterhaltskosten einer App

Viele Interessenten vergessen die Kosten für den Betrieb einer App mit einzukalkulieren und eine seriöse App-Agentur sollte in ihren Angeboten immer darauf aufmerksam machen. Diese Kosten werden mit einem SLA, «Service Level Agreement», Vertrag über Hosting, Wartung und Support des Systems geregelt. Bei Apps sind Betriebssystemupdates häufiger als bei Webanwendungen so sind die Unterhaltskosten meist etwas höher. Die Kosten pro Jahr für ein SLA bewegen sich in der Regel um die 15 Prozent des Auftragsvolumens.

Warum The Swiss Digital als Partner?

The Swiss Digital ist führender App-Dienstleister mit ausgezeichneter Preis-Leistung dank lokalem Ansprechteam in der Schweiz und einer Niederlassung für die App-Entwicklung in Kroatien. So können wir die gewünschte Qualität mit kompetitiven Stundensätzen gewährleisten.

In den 8 Jahren seit Gründung konnten wir Apps für verschiedene Branchen in der Schweiz umsetzen und haben Projekte für Grossunternehmen sowie kleine Einzelfirmen und KMUs entwickelt.

Nebst der kompletten Betreuung von App-Projekten steigen unsere Entwickler auch gerne dediziert in andere Projekte und Teams ein. Dafür haben wir die nötigen Vertragsgrundlagen und organisieren auch gerne die Anreise für ein Kennenlernen oder die Entwicklung vor Ort.

Wir würden gerne über Ihre App-Projekte und Ideen hören so zögern Sie nicht mit uns in Kontakt zu treten.

 

 

 

 

Weiterlesen
Online Gastvortrag

Online Gastvortrag – unsere Erfahrung

01. Juni 2020

Noch im Dezember 2019 sind wir angefragt worden um einen Gastvortrag an der FH Graubünden zum Thema «Gamification und mobile use in tourism» zu halten. Zu der Zeit hat niemand geahnt, dass ein Virus die Schulen schliessen könnte und der Unterricht Online geführt wird. Dem Gastvortrag haben wir mit Freude zugesagt aber die Umstellung auf den Online Unterricht hat uns dann schon ein bisschen abgeschreckt. Absagen wollten wir nicht und im Nachhinein war es eine tolle Erfahrung.

“Nur” drei Lektionen

Zuerst hörten sich drei Lektionen nicht nach viel an, doch als wir mit der Inhaltsaufbereitung loslegten wurde uns bewusst, dass die Vorbereitung etwas mehr Zeit beanspruchen wird. Nach zusammengezählt 1-2 Tage Vorbereitung haben wir beschlossen, unseren Kunden MobilityBox anzufragen, ob sie uns eine Lektion abnehmen möchten, auch um etwas Abwechslung einzubringen. MobilityBox, ursprünglich ein Velohändler, der sich mit digitalen Lösungen und Services im Tourismus und der Hotellerie etabliert, hat zugesagt.

App Economy oder Hype

App Economy oder Hype

Wir entschieden uns am Gastvortrags über viele Projekte und Erfahrungen zu erzählen. Damit das Ganze einen Faden hat, beginnt der Vortrag mit der Frage ob sich die Entwicklung von mobilen Apps lohnt oder Apps eher nur Hype sind. Die verschiedenen Projekte und Erfahrungen werden mit dieser Fragestellung betrachtet. Zudem ist der Vortrag in drei Teilbereiche gegliedert; Marketing, Technology und Human-Needs.

Interaktion schwierig

Die FH Graubünden nutzt Webex als Interaktionstool für den Online Unterricht. Die Installation und das Anfreunden mit Webex gingen in Sekundenschnelle, den die Oberfläche und Funktionen gleichen anderen Videochat-Tools.

Die erste Überraschung kam jedoch zu Beginn des Vortrags. Wenn der Bildschirm und die Vollansicht der Präsentation geteilt werden, verschwindet das Webex Dialogfenster und man sieht weder die Teilnehmer noch sich selber.

So kriegt man keine Reaktionen des Publikums mit und dadurch, dass man die Chatoberfläche und sich selber nicht sieht, verliert man das Gefühl einen Vortrag zu halten. Dies wirkt sich negativ auf die Motivation, Gestikulation und Mimik beim Vortragen aus, zumindest hatten wir uns einen Gastvortrag anders vorgestellt.

Uns war bewusst das ein Online Vortrag anders gestaltet werden muss als vor Ort beim Publikum. Wir wollten etwas Interaktion schaffen, andernfalls hätten wir unseren Vortrag auch nur aufnehmen können. Die Interaktion war so angedacht, dass die Schüler an gewissen Stellen ihre Meinung oder Antworten schreiben konnten. Dies finden wir weiterhin keine schlechte Idee, nur funktionierte es nicht, da das Chatfenster mit den Antworten nicht sichtbar war und so umständlicher auf die Antworten eingegangen werden muss was Zuviel Unterbrüche gegeben hätte.

Fazit

Obwohl wir intern mehr per Skype mit dem gegenüber kommunizieren, ist der Onlinevortrag eine andere Erfahrung. Man kennt sein Gegenüber nicht und bekommt keine Reaktionen mit. Eine Vorstellungsrunde liegt zwar zeitlich nicht drin, aber man könnte die Teilnehmerliste verlangen und so während dem Vortrag Einzelne aufrufen, um den “Monolog” zu unterbrechen.

Auch wenn es simpel scheint, empfehlen wir einen kurzen Testdurchlauf vorzunehmen. In unserem Fall hätten wir bemerkt, dass das Chatfenster im Präsentationsmodus verschwindet und im Nachhinein hätten wir die Slides lieber in PDF-Form geteilt.

Obwohl das Online Vortragen unpersönlicher und dadurch anstrengender ist, würden wir einem Online Gastvortrag wieder zusagen. Es ist eine neue und gewöhnungsbedürftige Erfahrung, die wir beim nächsten Mal noch bessern meisten würden.

Zuletzt ein banaler Tipp an den wir nicht gedacht haben; haltet ein Glas Wasser zur Hand, den zweimal 45min am Stück vortragen fordert die Stimme schon.

Weiterlesen
Mobile Texterkennung OCR

Mobilen Apps mittels Texterkennung (OCR) zu neuem Potential verhelfen

24. Juni 2019

Mobile Texterkennung OCR App

Digitale Bilder, eingescannte Verträge und Belege oder wichtige Präsentationen und Dokumente im PDF-Format erschweren vielen von uns den Alltag. So lassen sich Dateien, die in diesen Formaten vorliegen, weder editieren noch durchsuchen oder weiterverarbeiten. Möchte man die Informationen dennoch nutzen, müssen diese zeitaufwendig abgetippt werden.

Eine Technik, die eine effektive und schnelle Lösung für diese Problematik verspricht, ist die automatisierte Texterkennung. Ziel des Ansatzes ist es, Zeichen, Wörter und ganze Sätze aus Büchern, Papierdokumenten, Bilddateien oder sonstigen physischen Aufschriften zu erkennen und daraus einen editierbaren Text zu erstellen. So lassen sich Belege, Verträge oder Bilder einfach einscannen, umwandeln und weiterverarbeiten. Diese Weiterverarbeitung kann beispielsweise genutzt werden, um Arbeitsprozesse zu optimieren, wie bspw. Personendaten schneller aufzunehmen oder um Blinden das “Lesen” eines Textes zu ermöglichen, mittels OCR und Text-to-Speech.

Um die praktische Technologie auch am Smartphone oder Tablet nutzen zu können, bedarf es einer mobilen OCR-Bibliothek und/oder Online Dienstes. Doch was kann OCR für Mobile wirklich und wie funktioniert die, auf mobilen Geräten noch nicht so verbreitete, Technologie?

Was ist Mobile OCR?

Die Abkürzung OCR steht für Optical Character Recognition und beschäftigt sich mit der automatisierten Text- und Zeichenerkennung in Dateien, digitalen Bildern sowie Zeitungen und Informationsschildern. So sorgen ausgeklügelte Algorithmen dafür, dass Inhalte gescannter Papierdokumente, Digitalbilder und physischen Aufschriften in maschinenlesbaren Text umgewandelt werden.

Die smarten Programme unterteilen die Seite dabei in relevante und nicht relevante Bereiche. Ein relevantes Element ist beispielsweise ein Textblock innerhalb einer Datei. Nicht relevante Bereiche sind wiederum Weissflächen, Grafikflächen oder Bilder. Die einzelnen relevanten Bereiche werden dann in Zeilen, Wörter und Buchstaben aufgeteilt. Anhand von Mustervergleichen und Hypothesen wird daraus der Inhalt abgeleitet. Der gesamte Prozess nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, wobei das Resultat schlussendlich in einer editierbaren Textdatei vorliegt. Dadurch lassen sich die notwendigen Dateien und deren Informationen einfach Weiterverwenden, ohne das Dokument mühsam abtippen zu müssen. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Um die OCR-Funktionalität auch in Apps zu nutzen, wird ein passende OCR-Bibliothek und/oder Online Service benötigt. Dieses OCR-Toolkit integriert eine Engine, die es ermöglicht, den gesamten Umwandlungsprozess am mobilen Endgerät auszuführen.

Unsere Erfahrung mit OCR

Wir konnten bereits Erfahrung mit Texterkennung im Zusammenhang mit mobilen Apps sammeln. Nachfolgend informieren wir Sie über unsere Befunde.

Bei der Erstellung des Prototyps war die Absicht herauszufinden, ob die heutige Technologie reif dafür ist, eine physische Bibel mit digitalen Inhalten auf einem mobilen Gerät zu bereichern und damit einen Mehrwert gegenüber dem klassischen Bibellesen zu schaffen.

Für den Prototypen implementieren wir die folgenden vier Bibeln:

  • Deutsche Luther Bibel
  • King James Version
  • World English Bible
  • American Standard Version

Lösungsübersicht

Es gibt zwei wichtige Komponenten, welche zur Erkennung der einzelnen Bibeln und deren Kapiteln und Versen beitragen:

1. Komponente Texterkennung (Deutsch: OCR)

Die Texterkennung erkennt Text, welcher mit einer Smartphone Kamera gescannt wurde. Der erkannte Text stimmt nicht immer 100% genau mit dem Original überein. Jede Erkennungssoftware ist in ihrer Genauigkeit abhängig von bestimmten Faktoren, die weiter unten erläutert werden. In unserem Fall stellt die Software einen mobilen SDK (Software Development Kit) für Android und iOS bereit.

2. Komponente: Suchmaschine

Die Suchmaschine vergleicht den Text, welcher via Texterkennung eingelesen wurde, mit dem Bibeltext und sucht nach Übereinstimmungen. Die Vergleichsprozedur, benötigt etwas Zeit, da die Bibel sehr umfassend ist.
Wie erwähnt ist OCR-identifizierter Text nicht 100 % exakt und es muss mit fehlerhaften Text gerechnet werden, wofür die Suchmaschine Vergleichsalgorithmen enthält.
Dieser Vergleich, resp. Suche mit gewisser Fehler-Toleranz nach entsprechendem Text in der hinterlegten Bibel aus der App nennt sich auch Fuzzy-Search. Auch hier bietet der Suchmaschinen-Anbieter einen Mobile SDK für iOS und Android.Texterkennung Scanning Ablauf OCR

Nachstehend werden noch weitere Faktoren erwähnt, welche die Erkennungsschnelligkeit und die Treffsicherheit beeinflussen. Je grösser die Fehlertoleranz beim Vergleichen, umso schneller wird eine Passage gefunden, jedoch könnte es dafür die falsche Passage sein.
Ist die Fehlertoleranz beim Vergleichen klein, so braucht es etwas länger, da mehr Text übereinstimmen muss. Dies kann auch dazu führen, dass kein Resultat gefunden wird, da OCR nicht immer 100% genauen Text gegenüber dem Original erkennt, insbesondere wenn schlechte Lichtverhältnisse oder der Original-Text besondere Schriftarten enthält.

Protokolle und Befunde

Wir starteten unsere Arbeit mit folgendem OCR Tool und Suchmaschine:

ABBYY OCR

ABBYY wird oft als die beste mobile OCR Technologie bezeichnet. Sie verfügt über einen SDK für Android und iOS. Die Genauigkeit ist bei 99 %, was bedeutet, dass in der Regel von 100 Zeichen 99 korrekt erkannt werden. Für die Bibel App würde dies bedeuten, dass in praktisch jeder erkannten Passage ein Fehler generiert wird. Aus diesem Grund wird eine Suchmaschine die mit Fehlertolleranz durchsucht verwendet.

Apache Lucene Suchmaschine

Apache Lucene ist eine kostenlose und leistungsstarke Text-Suchmaschinenbibliothek, die vollständig in Java geschrieben wurde. Es handelt sich um eine Technologie, die für nahezu jede Anwendung geeignet ist, die eine Volltextsuche erfordert, insbesondere plattformübergreifend. Es gibt einen Android- und iOS-Port. Lucene unterstützt die „unscharfe Suche“ (Fuzzy Search).

Basierend auf diesen Fakten sollte es möglich sein, einen Vers oder Passage in einer Bibel visuell zu scannen und das entsprechende Buch, Kapitel und Vers zu erkennen.

ABBYY OCR ist langsam

Nach der Implementierung des ersten funktionierenden Prototyps haben wir erkannt, dass die Texterkennung mit ABBYY sehr langsam ist. Unter optimalen Bedingungen dauerte die Texterkennung mindestens 5 Sekunden.
5 Sekunden waren die Zeit, die benötigt wurde, um instabile oder ungenaue Ergebnisse zu erhalten. Genauere Ergebnisse erforderten 5-10 Sekunden. Auch die erkannten Texte hatten eine Vielzahl an Fehlern, nicht 99% wie beworben.

Der Textvergleich ist schnell

Wir haben zunächst nur eine digitale Bibel implementiert und mit dieser getestet. Rasch war ersichtlich, dass der Testvergleich mit der Apache Lucene Suchmaschine sehr schnell und eine gute Lösung ist. Es ist sogar möglich, mehrere Bibeln zu implementieren. Dabei ist die Suchzeit nicht wesentlich langsamer (Der Benutzer muss die Bibel nicht zuerst auswählen).
Die Suchzeit für eine Bibel betrug etwa 100 Millisekunden. Für 4 Bibeln dauerte es etwa 150-200 Millisekunden. In Bezug auf OCR-Scannen und auch gefühlt macht es keinen grossen Unterschied, deshalb haben wir vier Bibeln implementiert. Für die Suchmaschine besteht also kein Bedarf an weiteren Verbesserungen.

Google OCR ist eine bessere Lösung

Google stellt innerhalb seiner Mobile Vision Cloud Platform ein OCR-Tool zur Verfügung. Wir wollten diesen Tool testen. Die Ergebnisse waren viel besser bzw. schneller als mit ABBYY (das als eine der besten OCR-Technologien bekannt ist). Unter guten Bedingungen ist es sogar möglich, Bibelabschnitte innerhalb von 1 Sekunde zu erkennen.

Das richtige Verhältnis zwischen Zeit und Genauigkeit

Da OCR-erkannter Text nicht zu 100% korrekt gescannt wird, liefert die Suchmaschine manchmal falsche Ergebnisse (falsche Bibelabschnitte, weil Verse in anderen Kapiteln oder sogar Büchern ähnlich sein können). Wenn eine höhere Unschärfe-Such-Toleranz eingestellt wird, findet die Suchmaschine das Ergebnis im ersten Versuch, aber es ist wahrscheinlicher, dass es falsch ist. Wenn weniger Toleranz eingestellt wird, kann es vorkommen, dass der initial gescannte Text keine Ergebnisse liefert und längeres OCR-Scannen benötigt wird, um eine Übereinstimmung in der Bibel zu finden. Dies ist natürlich langsamer, aber die Ergebnisse sind genauer.
Deshalb muss man das richtige Gleichgewicht finden, zwischen Scan-Dauer und akzeptierter Fehlertoleranz (richtiges Auffinden).

Das Scannen im Querformat ist präziser (und schneller)

ocr texterkennung mobile scannen im querformat
Im Querformat werden die Sätze weniger abgeschnitten, so dass der Suchalgorithmus weniger Fehler machen kann, wodurch die Ergebnisse präziser werden. Im Querformat werden die Ergebnisse noch schneller gefunden.

Weniger Text, schnelleres Scannen (aber öfters falsche Ergebnisse)OCR Texterkennung Mobile Weniger Text Schnelleres Scannen

Je grösser der Abstand von der Kamera zur Bibel, desto mehr Text der Seite wird gescannt. OCR muss mehr Text verarbeiten, daher ist die Scandauer höher. Das Scannen von weniger Text ist viel schneller, andererseits kann es zu mehr falschen Ergebnissen kommen.

Schärfeeinstellung der Kamera (weniger Pixel zu verarbeiten)OCR Texterkennung Mobile Kameraschärfe

Je besser die Smartphone Kamera ist, je mehr Zeit nimmt die OCR-Verarbeitung in Anspruch, da die Kamera mehr Pixel liefert um nach Text zu suchen. So haben wir die Kameraqualität programmgesteuert verringert, so dass das Scannen immer noch präzise und möglich ist, jedoch die Ergebnisse viel schneller geliefert werden.

Kleinerer Kamera-Scanausschnitt
ocr texterkennung mobile kleinerer Kamera Scanausschnitt

Wir haben das noch nicht getestet und wissen auch nicht, ob Android diese Möglichkeit bietet, aber mit einem kleineren Kamera-Ansichtsschnitt wäre das Scannen noch schneller. Und weil der Ansichtsschnitt eher landschaftlich gewählt ist, sollten die Ergebnisse dennoch präzise sein.

Inhalte direkt im Text anzeigen
ocr texterkennung mobile inhalt direkt im text

Auch wenn es ein nettes Feature wäre, ist es nicht möglich, zusätzliche Inhalte anzuzeigen bzw. Abschnitte/Versen mit zusätzlichen Inhalten zu markieren, zumindest nicht zufriedenstellend für den Benutzer. Es dauert zu lange, den Text zu scannen und die Marker zu rendern. Wir haben es im Prototyp als Test implementiert. Der Benutzer muss das Telefon sehr ruhig halten, dann wäre es möglich, dass Inhalte direkt über dem entsprechenden Satz oder Wort angezeigt werden.

10 Verse für die Ausgabe

Der Prototyp erkennt die Bücher und Kapitel, aber nicht einzelne Verse. Die Ergebnisse könnten einzelne Verse sein, aber mit dem Smartphone (besonders im Hochformat) ist es nicht möglich oder sehr schwierig, nur einen einzigen Vers zu scannen. Aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit und des Zusatznutzens müsste geprüft werden, wie diese Funktionalität bei Bedarf am besten implementiert werden könnte.

Scannen auf Displays

Wir haben erkannt, dass OCR-Scannen beim gedruckten Text viel besser funktioniert als auf Bildschirm-Text. Dies entspricht auch dem gewollten Use-Case, physische Bibeln mithilfe einer mobilen App mit digitalen Zusatzinhalten zu bereichern.

Fazit

Die mobile automatische Texterkennung öffnet viele neue Möglichkeiten mit Smartphones. Zum einen erhöht der Einsatz der bahnbrechenden Technik die Sicherheitsstandards, da die Umwandlung auch ohne eine Verbindung zum Backend möglich ist.

Die Vorteile liegen auf der Hand. So nutzen viele Firmen OCR für Mobile, um ihren Mitarbeitern die schnelle Belegerfassung auf Reisen zu ermöglichen. Die Technik revolutioniert zudem den gesamten Bereich des Aussendiensts, da Aussendienstmitarbeiter mithilfe von Mobile OCR sämtliche ausgedruckten Protokolle und Verträge direkt in das System einpflegen und weiterverarbeiten können. Somit steigert die mobile automatische Zeichenerkennung die Produktivität und bietet flexible und schnelle Lösungen für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Weiterlesen
Neue Technologien erleben

Neue Technologien erleben – AR, VR und MR bei ewb

24. April 2019

Energie Wasser Bern führt monatlich einen internen Event durch, welcher Impulse für neue Ideen schaffen soll. Zudem soll es Einblicke in andere Branchen oder neue Technologien geben.

Zusammen mit dem ewb Innovations-Team konnten wir die Technologien AR, VR und MR ihren Mitarbeitern vorstellen. Dabei lernten über 85 Mitarbeiter die Grundlagen, Anwendungen und Chancen dieser Technologien kennen und konnten sie live erleben.

Die unterschiedlichen Technologien wurden auf 5 Stationen im ewb-Hauptgebäude aufgeteilt:

  1.  Mobile Headset VR
  2. Augmented Reality
  3. 3D Tiefenkameras
  4. High-End Virtual Reality
  5. Mixed Reality Brillen

Nach einer kurzen Einführung in die neuen Technologien, ihre Anwendungsmöglichkeiten und Funktionsweise, konnten alle selbständig die verschiedenen VR- und MR-Brillen, 3D-Tiefensensoren und AR Anwendungen ausprobieren.

Ganz im Gegensatz zu öffentlichen Events, wo die Besucher eher zurückhaltend sind, haben hier alle mitgemacht und grosses Interesse gezeigt. Dies bestätigt auch das positive Feedback der anwesenden Mitarbeiter.

1. Mobile Headset VR

Mobile Headset-VR

Die Virtual Reality Brille verdeckt komplett das reale Sichtfeld und versetzt den User in eine virtuelle Welt.

Virtual Reality wird vor allem in der Spiel-Industrie, für Simulationen, Schulungen oder als Therapiemethode in der «sicheren Umgebung» verwendet.

Virtual Reality erfordert höhere Rechen- und Grafikleistungen als andere Anwendungen. Dies liegt vor allem daran, dass das menschliche Sichtfeld relativ gross ist und viel mehr virtuelle 3D-Szenen gerendert (gerechnet) werden als auf gewöhnlichen Displays.

Auch auf weniger leistungsstarken Smartphones kann VR genutzt werden, indem die Szenen vorgerendert sind. Bei solchen Anwendungen ist der Ablauf vorgegeben und kann durch den User nicht oder nur beschränkt beeinflusst werden. Auf dem Smartphone werden meist VR Inhalte wie 360°-Filme, einfache Anwendungen und Spiele mit minimaler Interaktion konsumiert.

Station 1: Funktionsweise einfacher VR Brillen

Auf dem Tisch befinden sich zwei Typen von VR Brillen für Smartphones:

VR Faltbrille – eine Halterung aus Karton, welche aus Smartphones eine Virtual-Reality-Brille macht. Die Konstruktion besteht neben dem Gehäuse aus zwei Sammellinsen und einem Druckschalter.

VR Gear – basiert auf dem gleichen Prinzip wie die Faltbrillen und ist für Samsung Mobilgeräte der neueren Generation optimiert. Zur Brille gehört ein Controller, welcher per Bluetooth verknüpft wird und mehr Interaktionsmöglichkeiten in der VR Welt ermöglicht.

Wenn man auf dem Smartphone eine App mit stereoskopischer Ansicht öffnet, wird durch die VR-Brille aus den zwei einzelnen Bildern ein 3D-Bild. Durch die Sensoren im Smartphone kann man sich in dieser 3D-VR-Welt umsehen, die Drehung des Kopfes wird zur App übertragen.

2. Augmented Reality

Augmented Reality

Augmented Realität bietet Mehrwerte indem es virtuelle Inhalte in die reale Welt einblendet.

Die Technologie setzt sich vor allem in der Unterhaltungsindustrie und im Marketing durch. So kennt man AR unter anderem vom Pokemon Go, in dem Spieler virtuelle Fantasiewesen im Freien suchen. Im Gegensatz zu VR, wird bei AR die reale und digitale Welt kombiniert. Deshalb findet AR eine viel breitere Anwendung, wie zum Beispiel in der Architektur, Medizin, Logistik, Industrie oder im Tourismus.

Augmented Reality basiert vor allem auf der Bildanalyse der Kamera. Zusätzliche Sensoren wie GPS, Gyroskop oder ähnliche können die Präzision erhöhen.

Station 2: Vielfalt der AR Anwendungen

Es stehen Smartphones mit vorinstallierten AR Anwendungen zur Verfügung. Die Apps können auch in den App Stores bezogen und auf dem eigenen Smartphone ausprobiert werden.

Marker Erkennung – Marker sind vorgegebene Bilder auf welche Apps reagieren und verschiedene Inhalte überblenden können.

IKEA Place – ermöglicht das Platzieren bestimmter Möbelstücke im Raum. Der Platz muss zuerst mit der Kamera gescannt werden. Dabei merkt sich die App Knotenpunkte, um die Position des Möbelstücks immer fix anzuzeigen.

AR Portal – sind Anwendungen, die eine virtuelle Türe zu einer parallelen Dimension in den Raum stellen. Begib dich in die parallele Welt, aber Vorsicht, finde auch wieder den Weg zurück.

FB Kamera Effekte – mit der Selfie-Kamera virtuelle Masken, Filter und Gegenstände rund um das Gesicht einblenden, auch bekannt aus Snapchat. Die AR-Bildanalyse ist auf die Erkennung von Gesichtsmerkmalen ausgerichtet.

3. 3D Tiefenkameras

3D-Tiefenkameras

Mit 3D Tiefenkameras wird die Umgebung interpretiert um real-time Interaktionen zu ermöglichen.

Die 3D Kameras errechnen die Tiefeninformationen anhand der Laufzeit eines Signals für deren Reflexion, ähnlich den Fledermäusen. Die Sensoren funktionieren auch in ganz abgedunkelten Verhältnissen und werden deshalb auch Geisterjäger-Kameras genannt. Eine Software kann das gewonnene Tiefenrelief auf verschiedene Weise interpretieren, wie zur Ganzkörper-Bewegungserfassung oder zum Erkennen von Handgesten. Die bekannteste 3D-Kamera ist Microsofts Kinect für die Spielkonsole Xbox.

Tiefensensoren kommen in verschiedenen Industrien zur Anwendung. So kann beispielsweise das Volumen von Objekten in Lagerhäusern mit einer Genauigkeit von 3%, nur anhand eines Sensors, welcher an ein Smartphone angebunden ist innert Sekunden gemessen werden.

Die gleiche Technologie wird bei der Gesichtserkennung für das Entschlüsseln des iPhones oder das Bezahlen per Alipay (grösster Online Zahlungsdienstprovider in China) verwendet.

Station 3: Ganzkörper-Bewegungssteuerung

Die verschiedenen Anwendungen stellen dar, wie aus den erfassten Tiefeninformationen Spiele mit Ganzkörper-Bewegungssteuerung umgesetzt werden.

Tiefenrelief – reine Tiefeninformationen enthalten keine Farbwerte oder Informationen zur Oberfläche. Die Tiefe wird durch unterschiedliche Graustufen visualisiert.

Ganzkörper Erfassung – es wird aufgezeigt, wie die Software aus den Tiefeninformationen den menschlichen Umriss und seine Gelenkpunkte im Raum erkennt und visualisiert.

Spiele – die gewonnenen Koordinaten der Gelenkpunkte des Spielers können zur Steuerung verschiedener Spielmechaniken genutzt werden. Prüfe deine Skills und Kondition beim Skaten oder Münzen fangen.

4. High-End Virtual Reality

High-End Virtual Reality

High-End VR schafft künstliche Wirklichkeit und ermöglicht neuartige Interaktionen und Erlebnisse in Echtzeit.

Einmal im Leben einen Kran bedienen, auf dem Mars gehen oder im Kolosseum ums Leben kämpfen. Vollkommen eingetaucht in die neue Umgebung vergisst der Nutzer Raum und Zeit in der wirklichen Welt. Dieser Eekt nennt sich Immersion.

Die Kehrseite sind Schwindelgefühle oder Übelkeit, auch Motion Sickness genannt. Insbesondere wenn das Gleichgewichtszentrum mit widersprüchlichen Informationen getäuscht wird kann diese auftreten.

High-End VR setzt hochleistungsfähige Rechner und Tracking Mechanismen voraus. Sogenannte Lighthouse-Sensoren verfolgen die VR-Brille und Tracker. So werden die Positionen des Anwenders und getrackter Objekte in die virtuelle Welt übertragen und Interaktionen in Echtzeit ermöglicht.

Die Technologie entwickelt sich rasant und Szenarien aus dem Film «Ready Player One», indem Weltbewohner von der Realität in die virtuelle Realität flüchten könnten bald nicht mehr Science-Fiction sein.

Station 4: Virtual Reality Handgesten-Steuerung

Mit der Tiefenkamera von Leap Motion auf der VR-Brille wird eine neuartige VR-Interaktion demonstriert, basierend auf der natürlichen Bewegung der Hände.

Mit einfachen, geometrischen 3D-Figuren und physikalischen Regeln werden stufenweise die Anwendungs- und Interaktionsmöglichkeiten ausgeübt. Es fängt mit dem einfachen Greifen und Versetzen an, über die Bedienung des Kontext-Menüs mit blossen Händen bis zum Ein- und Ausschalten der Gravitation.

5. Mixed Reality Brillen

Mixed Reality Brillen

Mixed Reality, die Technologie von morgen welche die Grenze zwischen realer und virtueller Welt verschmelzen lässt.

MR ist der technologische Höhepunkt der AR und VR Entwicklung und umfasst das gesamte „Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum“. Verschiedene Technologien wie 3D-Tiefenkameras, Hologramme und Spatial-Computing zur Erlernung der realen Welt kommen zum Einsatz. Dies ermöglicht eine wirklichkeitsnahe Interaktion virtueller Objekte mit der realen Umgebung. So kann im wahrsten Sinne des Wortes ein virtueller Ball, Tennisschläger oder der Liebhaber oder Liebhaberin im realen Schrank verstaut und Stunden später wieder herausgeholt werden.

Mixed Reality wird vor allem mit sichtdurchlässigen holografischen Brillen angewendet womit die Hände frei für die Interaktion mit der realen und digitalen Welt bleiben. Man spricht von einer Revolution im Konsum digitaler Inhalte, welche die klassischen Bildschirme ersetzen und mit dem das eigene Heim oder Büro zu einer Light-Version des Holodecks wird, von dem wir seit Star Trek Zeiten träumen.

Station 5: MR mit HoloLens erleben

Ähnlich der Bedienung der Multitouch-Screens braucht es auch eine kurze Einführung um in der virtuell-realen Umgebung zu interagieren. Die verschiedenen Handgesten um Objekte und Fenster zu verschieben, das Kontext-Menu zu önen und auf der virtuellen Tastatur zu schreiben werden demonstriert.

Nachdem die Grundkenntnisse erlernt sind können verschiedene Anwendungen auf der HoloLens MR-Brille ausprobiert werden. Je nach Interesse kann im Zimmer unsere Galaxie erkundet oder der Raum in eine Dinosaurierwelt umgewandelt werden.

Mit dem 3D Zeichnen lässt man der Kreativität freien Lauf und kann die Kreationen aus verschiedenen Winkeln im Raum betrachten.

Etwas mehr Action bietet das Spiel «Robo Raid». Aus den Zimmerwänden überfluten feindliche Roboter den Raum und versuchen das ewb-Hauptgebäude einzunehmen, du kannst es verteidigen.

Weiterlesen
Reboot Develop Blue Erfahrungen

Reboot Develop – Schweizer Spiele räumen ab

16. April 2019

Im wunderschönen historischen Dubrovnik, Drehort von Filmen und Serien wie «Game of Thrones» und «Star Wars», findet eine der grössten und einzigartigsten Spielentwickler und Gameindustrie Konferenzen der Welt statt.

Reboot Develop Blue Kongress Opening

Mit mehr als 2000 Teilnehmern und rund 800 Unternehmen bietet Reboot Develop Blue eine vielfältige Mischung aus Indie- und etablierten Entwicklerstudios. Die Organisation und das Ambiente im noblen Sheraton Dubrovnik Riviera Resort sind auf höchstem Niveau.

Big Business, no Suits

Obwohl die Spielindustrie eine wirtschaftlich starke Branche ist, überwiegen casual Outfits, in Anzügen war nur das Resort-Personal. Den Spielliebhabern steht anscheinend die Einfachheit und das Wohlbefinden im Vordergrund, dafür sind die Ansprüche bei der Gamer-Ausrüstung bestimmt viel höher.

Reboot Developer Conference in Dubrovnik

Alle Aussteller und Besucher sind sehr offen, gelassen und suchen den Kontakt um sich auszutauschen. Von anderen Messen wie der MWC sind wir es anders gewohnt, da stand das Business und Verkaufen im Vordergrund und oft eine gewisse Skepsis gegenüber den Gesprächspartnern. Die Atmosphäre am Reboot Develop ist sehr freundlich und angenehm, die Vorträge interessant mit einen humoristischen Charakter.

Game Developer Clans

Viele Entwicklerstudios kommen mit ihrem ganzen Team an die Reboot Develop Konferenz. Die meisten haben ihr eigenes T-Shirt und kommen wie eine Gang oder Klan rüber. Dies in einem positiven Sinne und man wird dadurch bewusst, wie viele Programmierer, 3D-Artisten, Designer und Audio-Produzenten Monate, Jahre und teils Jahrzehnte für ein Spiel eng koordinieren und arbeiten müssen.

An den Abenden ist jeweils ein Fussballturnier organisiert und am späten Abend Partys. Die Partys werden von grösseren Spielindustrie-Brands gesponsert. Die Lightshow ist den besten Ibiza-Clubs gerecht und dank unmittelbarer Nähe vom Hotelkomplex sind die Partys sehr gut besucht. Bis spät in die Nacht wird getanzt und viel Alkohol konsumiert und der Kongress bekommt einen Festival-Charakter. Für viele regionale Gamestudios dient der Reboot Develop Kongress zugleich als Teambuilding.

Spielindustrie: Key-Players

Entwickler vs. Publisher

In der Wertschöpfungskette der Spielindustrie agieren vor allem zwei Key-Players, die Entwicklerstudios und Publisher. Die Hardworkers sind die Entwicklerstudios, welche von Konzept, Programmierung bis zum Marktreifen Produkt das Spiel umsetzen. Die Publisher sind für die Platzierung und Vermarktung der Spiele zuständig.

Ein häufiges Gesprächsthema unter den Spieleentwicklern sind die Publisher. Es gibt Publisher die in ein Spiel bereits während der Umsetzung finanziell investieren. Wiederum gibt es Publisher die Erfolge durch ihren Vertrieb und Marketing versprechen und dadurch Verträge mit den Entwicklerstudios abschliessen, die mehr als 50% vom Spielerlöss ihnen zuschreiben, ohne einen Rappen vorinvestiert zu haben. Der Spielerfolg ist nicht direkt vom Marketing ablesbar und so einige Entwickler fühlen sich von Publishern hintergangen.

Entwickler näher am Markt

Die Kluft zwischen Spielentwicklern und Publishern hat in den letzten Jahren abgenommen. Neue Online Stores (keine CDs etc.) ermöglichen den Spieleentwicklern direkten Marktzugang ohne Publisher. Es geht auch soweit, dass die Store- und Konsolen-Anbieter, wie Sony PlayStation, Microsoft Xbox, Facebook Oculus direkt Studios fördern, Spiele für ihre Plattformen und Stores zu entwickeln.

Reboot Develop B2B Area

Nebst der guten Unterhaltung am Reboot Develop ist das Ziel der kleinen Indie-Studios ihr Spiel im besten Licht zu präsentieren damit ein Publisher oder noch besser Store-/Plattform-Betreiber ihr Spiel erkennt. Grössere Studios wie Ubisoft, EA, Gameloft hingegen wollen sich als gute Arbeitgeber präsentieren um junge und talentiert Mittarbeiter zu gewinnen, oder gleich ein Entwicklungsteam oder Spiel zu übernehmen.

Mindset der Indie-Szene

Im Indie-Expo-Saal sind einige gute Spiele zu finden, in die sehr viel Arbeit und Liebe zum Detail gesteckt worden ist. Die Entwickler erhoffen sich mit einer einzigartigen hervorstechenden Spielmechanik oder Grafik einen Hit zu landen. Häufig ist deren Begeisterung für ihr Spiel subjektiv und der Erfolg ist bei kleineren Studios oft reine Glückssache.

Grössere Studios und vor allem Publisher haben Messwerte um das ultimative Spiel zu erkennen. Die Spiele oder Prototypen werden anhand einer kleinen Nutzergruppe getestet um die Messwerte wie die Spielverweildauer, Anzahl wiederkehrendes Spielen etc. zu messen. Anhand dieser wird entschieden ob und mit welchem Monetisierungsmodell das Spiel gelauncht wird (Einmal-Bezahlung, Freemium etc.). In der Anfangsphase kommen auch Game-Psychologen zum Einsatz, welche besondere Spielthematiken mit «Suchtpotential» für gewisse Zielgruppen auffinden sollen.

Reboot Develop Indie Expo Saal

Das Mindset der Indie-Szene ist anders. Sie entwickeln aus Leidenschaft für Spiele und lassen sich von kommerziellen Faktoren weniger beeinflussen. Für viele liegt der Erfolg bereits darin, als unabhängige Spieleentwickler über die Beine zu kommen.

Ist der Spiele-Markt übersättigt?

Wir ziehen eine Parallele der Spielindustrie mit der Musikindustrie vor 10-15 Jahren: Damals wurden Songs und Albums in Form von CDs vertrieben und Produzenten waren auf Plattenlabels angewiesen. iTunes, Spotify, YouTube ermöglichten einer viel breiteren Masse den Marktzugang. Zudem war die Produktion, vor allem elektronischer Musik, durch neue Software und günstigeren Hardware Komponenten vielen Hobby-Produzenten und Künstlern ermöglicht.

In einem ähnlichen Stadium befindet sich die Spielindustrie heute. Mobile App Stores, Steam, Oculus VR etc. ermöglichen einen einfachen Marktzugang und die Lizenzkosten für Spiel-Entwicklungs-Tools sinken. Zudem ermöglichen die Entwicklungs-Tools von Heute sich mehr auf das Spiel selbst zu konzentrieren, statt auf die Optimierung, Programmierung der Engine und das Grafik-Rendering.

Ein Überangebot an neuen Spielen bestätigt auch der Fakt, dass auf dem grössten Computerspiele-Markt «Steam» im Jahr 2016 38% aller Steam-Spiele herausgekommen sind. Und nur im Jahr 2017 sind knapp 8’000 Spiele auf Steam publiziert.

Die Entwickler spüren den Überschuss und sind sich bewusst, dass heute nur noch grosse Titel ihre Aufmerksamkeit bekommen. Wir glauben, dass durch ein Umdenken in der Szene Spiel-Entwickler auch anderswo ihr Potential ausnutzen können:

  • Spiele sind ein ideales Mittel für Brand Awarness. Ein gutes Beispiel ist das «My Lidl World» Spiel mit paar Millionen Downloads.
  • Spiele können edukativ sein, und mit lokalem Charakter eine Kultur näherbringen.
  • Spiele und Gamification müssen nicht nur an Computern gespielt werden, sondern können auf Schauplätzen, in Schaufenstern, Museen oder in Interaktion mir echten Gegenständen gespielt werden. Vgl. Pokémon Go oder die Schnitzeljagt Trails von MyCityHighlight.

Des Weiteren glauben wir das sich Virtual Reality mehr durchsetzen wird und viel Spielraum für neuartige Spielmechaniken und -Welten bietet, welche noch Neuland bei den Spielentwicklern sind.

100’000’000$ zu vergeben

«Epic Games» der Spielindustriegigant und Entwickler vom Megahit «Fortnite» vergibt 100 Millionen US-Dollar. Spielentwickler, Filmemacher, Wissenschaftler, alle können ihre Projekte einreichen und zwar über ein einfaches Formular, sovielmal sie wollen. Die einzige Bedingung ist, dass die Spiele oder Anwendungen mit der «Unreal Engine» von Epic Games produziert werden, welche nebst Unity3D sowieso schon Marktführer ist.

Das Programm namens Epic MegaGrants war auch unter den Kongressteilnehmern ein Gesprächsthema. Epic Games begründet ihr Funding ohne Renditeerwartungen und besonderen Bedingungen als Massnahme, die Gaming-Community zu verbessern und wachsen zu lassen. Indirekt profitiert auch Epic Games davon und ein gutes PR in der Entwicklerszene ist ihnen gelungen. Mit Gewinnen in Milliardenhöhe kann man auch «etwas» an die Community zurückgeben 🙂

Indie-Awards: Schweizer Studios räumen ab

Jedes Jahr werden am Reboot Develop Awards für Indie-Spiele in 6 Kategorien vergeben. Bei der Vergabe des Hauptpreises für das beste Indie-Spiel des Jahres, fielen mir zwei bekannte Gesichter auf. Zwei Jungs, die ich im Lift noch halbverschlafen auf dem Weg zum Frühstück kennengelernt habe. Wahrscheinlich hätte ich die beiden nicht wiedererkannt, hätte man bei der Dankensrede am Englischen nicht erkannt das sie Schweizer sind 🙂

 

Der Hauptpreis ging an das Spiel FAR: Lone Sales vom Zürcher Studio Okomotive. Auch der Preis für «Outstanding Gameplay» ging ein Zürcher Studio namens Stray Fawn mit dem Spiel Nimbatus. Swiss Game Developers go wild!

Reboot Develop Indie-Package – all inclusive

Hoffentlich findet auch im 2020 zum siebten Mal infolge Reboot Develop in Dubrovnik statt und für alle Interessenten geben wir einen Geheimtipp: Das Indie-Package bietet für rund 700 EUR ein All-inclusive Packet für zwei Personen:

  • 3-Tages-Pässe (8 parallele Vorträge, 2 Expo-Säle…)
  • Hotelunterkunft für 4 Nächte im 2-Bett-Zimmer inkl. Frühstück, 10min Gehweg entlang der Küste zur Konferenz
  • Ausgezeichnete Verpflegung an der Konferenz
  • Eintritt zu Konferenz-Partys inkl. Gratisgetränken

Alle Vorträge, Ausstellungsräume, Events und Partys finden in unmittelbarer Nähe gleich am Meer statt. Das preiswerte Indie-Package ist ein sorglos Packet und sollte frühzeitig gebucht werden, denn die Anzahl ist begrenzt. Übrigens, EasyJet und Swiss bieten Direktflüge aus der Schweiz nach Dubrovnik.

Update 17.4.2019: Reboot Develop Blue findet auch im 2020 statt, wir haben uns die Tickets bereits gesichert 🙂

Weitere Impressionen vom Reboot Develop Blue in Dubrovnik sind in der Facebook Gallery ersichtlich:

Weiterlesen
Neues App Projekt

Projektvorhaben App – wie gehe ich vor?

01. April 2019

Ein Smartphone ohne mobile Apps ist wie ein Sackmesser mit einer Klinge. Deshalb führte Apple nach der Vorstellung des ersten iPhones den AppStore ein und Google bald darauf auch. Diese ermöglichen auch einzelnen Entwicklern und kleineren Unternehmen einen globalen und rasant wachsenden Marktzugang. Anfangs konnte sich fast jede App durchsetzen. Eine App, auch nur als statisches Abbild der Homepage, war eine Imageaufwertung.

Neue Appldee

Heute besteht ein Überangebot und die Goldgräberstimmung ist vorbei. Auch wenn eine gute „App Idee“ noch nicht existiert, die Herausforderung bleibt; Wie bringe ich User dazu, meine App zu installieren oder überhaupt zu finden? Lohnt sich der Aufwand und die Kosten?

Die vier Entwicklungs-Ansätze

Es wird zwischen vier technischen Ansätzen unterschieden, wie eine App umgesetzt werden kann. Die richtige Wahl ist entscheidend, denn sie wirkt sich auf den Umsetzungsaufwand, die Betriebskosten, Skalierbarkeit und vor allem auf das Benutzererlebnis aus.

 1. Native App Entwicklung

Native App Entwicklung bedeutet, separat für die mobile Plattformen iOS und Android zu programmieren. Es wird mit der vom Betriebssystemhersteller (Google/Apple/Windows) empfohlenen und zur Verfügung gestellten Entwicklungsumgebung entwickelt. Dadurch ist die Benutzeroberfläche ideal auf das Mobile Device abgestimmt und bietet eine intuitive Bedienung mit dem bestmöglichen Benutzererlebnis. Zudem sind alle Zugriffe auf die Gerätehardware wie Bluetooth, GPS, Kompass, Accelerometer etc. ermöglicht und der Entwickler ist immer mit den neuesten Tools gewappnet.

Native App Entwicklung

Oft wird die native Entwicklung mit doppelten Entwicklungskosten in Verbindung gesetzt. Dies trifft nur beschränkt zu, den das Konzept, das Design, die App-Inhalte, sowie das Backend müssen unabhängig von der App-Technologie erarbeitet werden. Die App-Programmierung selbst mag etwas aufwändiger sein, dafür geht man keine Kompromisse ein.

2. Cross Plattform Umgebungen

Cross Plattform versteht eine Entwicklungsumgebung, die ermöglicht, in einer “high-level” Programmiersprache die App zu programmieren. Daraus lässt sich die Anwendung für die verschiedenen mobilen Plattformen exportieren. Teils kommen diese Entwicklungsumgebungen mit «Drag and Drop» Oberflächen daher, wo die App-Ansichten und sogar die Logik zusammengesetzt werden können.

Cross Plattform Entwicklungs-Umgebungen

Die Cross-Plattform Entwicklung mag etwas einfacher und dank Skriptprogrammiersprachen auch den Webentwicklern näher sein, doch die Nachteile werden oft erst später erkannt:

  • Die Anwendung wird direkt aus der Cross-Plattform-Umgebung generiert. Nachträgliche native Quellcode-Änderungen sind kaum möglich. Dies hatte schon zur Folge, dass fertiggestellte Apps nicht in den Stores veröffentlicht werden konnten. Das geschah bspw. als Apple 2017 vorschrieb, dass alle Apps IPV6 Netzwerkprotokolle unterstützten müssen. Die verschlüsselten Cross-Plattform-Bibliotheken waren nicht auf dem neuesten Stand und die Entwickler mussten warten, bis die Cross Plattform Anbieter diese aktualisieren.
  • Wenn eine Cross-Plattform Entwicklungsumgebung eingestellt wird, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass eine App nicht, oder nur beschränkt weiterentwickelt werden kann.
  • Viele Cross-Plattform Umgebungen unterscheiden plattformspezifische Merkmale nicht. Bspw. enthalten Android Geräte einen physischen Back-Button, der auf iOS nicht existiert. Solche plattformspezifischen Eigenschaften müssen separat beachtet werden, was dem „einmal-auf-einer-Ebene-entwickeln“ Prinzip wiederspricht.
  • Gegenüber zur nativen Entwicklung ist man in den Möglichkeiten beschränkt und gängigen App-Usern fällt eine schlechtere Bedienung und Benutzeroberfläche auf.

Für gewisse Apps ist die Cross-Plattform Umgebung eine bessere Technologiewahl. Dies trifft vor allem zu, wenn die Anwendungen keine Standard Benutzeroberfläche haben und auf iOS und Android gleich daherkommen sollen. Bei Spielen und Apps mit spezieller Bedienung, Grafik und vielen Animationen ist es durchaus vorteilhaft mit Cross-Plattform Tools zu entwickeln und an Programmieraufwand zu sparen.

 

3. Container Apps

Container Apps oder auch Hybride Apps genannt werden oft mit Cross-Plattform Apps verwechselt. Eine Container App bietet eine native «App-Hülle» in der die Inhalte im HTML-Webformat angezeigt werden. Daher auch der Name Container oder Hybrid, durch Kombination aus nativer App und Web-Technologie.

Webansichten in einer App können für einfachere statische Informationsansichten sinnvoll sein. Dadurch dass sich der Webinhalt auf iOS und Android gleich darstellen lässt, spart man am zweifachen Entwicklungsaufwand. Bei zu viel Webinhalten in einer App leidet wiederum die Performance und das Benutzererlebnis.

Bevor eine iOS App im Apple AppStore veröffentlicht werden kann, muss sie einen Kontrollprozess (Review) bestehen. Eine Richtlinie ist, dass jede App einen Mehrwert bieten muss. Ein Abbild der Homepage in einer Container-App verpackt bietet keinen Mehrwert und das Risiko besteht, dass die App zurückgewiesen wird. Abgesehen davon würde eine reine Container App, oftmals auch Web-App genannt, das Firmenimage heute eher abwerten.

4. Baukasten und Whitelabel App Lösungen

Mit dem Baukastenprinzip kann man aus einem Set an Modulen, wie Push-Nachrichten, Terminbuchungen, Leistungsübersicht, e-Commerce, Veranstaltungskalender etc., eine eigene App mit leichter Designanpassung zusammenzusetzen. Die Whitelabel-Lösung basiert auf ähnlichem Prinzip aber mit beschränkter Funktionsauswahl, den die App ist praktisch vorgegeben.

Viele Baukasten und Whitelabel App-Anbieter konnten sich dank dem lukrativen Ansatz; „schnell und kostengünstig eine App zusammensetzen“ gut im Markt positionieren. Die Referenz- und Beispiel-Apps kommen oft gebastelt daher und die eingegangenen Kompromisse sind im Vergleich mit massgeschneiderten Individuallösungen ersichtlich.

Apple will den AppStore säubern und nur noch individuelle und qualitativ-hochwertige Apps erlauben. Die Richtlinien wurden verschärft und die schnelle Multiplikation solcher Apps nicht mehr toleriert.

Nebst der Gefahr von Apple nicht (mehr) angenommen zu werden, sollte die Wartung und Weiterentwicklung berücksichtigt werden. Mit neuen Betriebssystemversionen und Smartphones, müssen auch die Apps angepasst werden. Baukasten App Anbieter geben den Quellcode in der Regel nicht frei womit die Weiterentwicklung nicht sichergestellt ist.

Sollte eine Baukasten-App dennoch gewagt werden, empfiehlt es sich die App mit einem eigenen AppStore Account (Apple Developer Programm) zu publizieren. So sind sind die Chancen den Reviewprozess zu bestehen höher. Ausserdem ermöglicht ein eigener Account auch die Verlinkung aus den Stores (Apple und Google) auf die Unternehmens-Webseite, was von den Suchmaschinen gut bewertet wird und mehr Online Präsenz verschafft.

Wer setzt meine „App-Idee“ um?

Wenn auch physisch, technisch und preislich ein App-Projekt mit dem Bau eines Eigentumshauses nicht vergleichbar ist, kann eine Parallele in der Vorgehensweise gezogen werden:

  1. Selber bauen – ohne Vorwissen, Baumaschinen und Werkzeuge, lässt man lieber die Finger davon. Ausser die Lernbereitschaft ist hoch, Hürden und Fehlversuche nimmt man in Kauf und die Umsetzungsdauer spielt keine Rolle.
  2. Subausführer beauftragen – sofern der Bauprozess und die Arbeitsschritte der Architekten, Maurer, Zimmerer etc. bekannt sind, kann es durchaus in Anbetracht genommen werden.
  3. Generalunternehmung beauftragen – Auf Anhieb muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, dafür ist das Resultat vorhersehbar und meist zufriedenstellend.

1. Selber programmieren

Obschon die Technologie und Möglichkeiten ständig wandeln, hat sich die App Programmierung nicht gross geändert. Zwar gibt es mittlerweile viele Tutorials, doch eine Schritt für Schritt Anleitungen um eine App zu erstellen gibt es nicht. Ganz im Gegensatz zu Websites, wo mit Tools wie «Wix», «Weebly» oder «Jimdo», ohne grosses Vorwissen eine repräsentative Webseite zusammengestellt werden kann. Solange zwei Key-Player (Apple und Google) mit unterschiedlichen Betriebssystemen den Mobile Markt dominieren wird dies nicht schnell ändern.

Selber programmieren

Auf einer Wissens- oder Komplexitätsskala würde folgende Abfolge gelten: PowerPoint Präsentation erstellen, Webseite umsetzen, App programmieren. Wenn kein Programmiervorwissen besteht, so ist mit gut einem Jahr intensiverer Lernzeit (Technologieaffinität vorausgesetzt) zu rechnen, bis man überhaupt mit der App Programmierung beginnen kann.

Nebst dem Programmieren einer App ist deren Konzeption eine genauso herausfordernde und wichtige Aufgabe. Eine App Idee in ansprechende und sinnvolle Funktionsbereiche und Benutzeroberflächen festzuhalten ist nicht einfach. Zum Einstieg empfehlen wir die iOS Design Guidelines, da sie gut umschrieben und immer auf dem neuesten Stand sind. Sie geben einen Eindruck wie viele Konzeptionsaspekte bei einer App berücksichtigt werden müssen und das Verständnis, wie wichtig die App Konzeption ist.

2. Freelance Entwickler beauftragen

Entwickler denken eher technisch und sachlich als wirtschaftlich und benutzerorientiert. Den Sinn hinterfragen, mitdenken, neue Ideen einbringen, etwas anders und besser machen, tun wenige, den dafür sind ja die UX Experten, Projektmanager und Berater da. Ihre Aufgabe ist, die App-Spezifikation in eine Anwendung umzuwandeln. Deshalb sollten Freelance Entwickler nur mit einem durchdachten und festgehaltenen Konzept angegangen werden.

Freelance Entwickler sind auf Vermittlungsportalen wie «Upwork» und «Freelance» aufzufinden. Die Mehrheit der Mobile Entwickler sind auf eine Plattform spezialisiert oder arbeiten mit Cross-Plattform und Hybrid-Technologien. Wenn iOS und Android nativ, sowie auch das Backend angeboten werden, so steht bestimmt ein Entwickler-Team oder ein Unternehmen dahinter.

Die Erfahrung und Qualität eines Entwicklers kann an der Anzahl realisierter Projekte und seiner Profilbewertung abgeschätzt werden. Diese bieten jedoch keinen sicheren Anhaltspunkt, weshalb Portale mit einer Einstiegs-, sowie permanenten Kontrollen für Entwickler an Bedeutung gewinnen. Diese nehmen Entwickler erst nach einem Test auf und prüfen regelmässig deren Arbeitsqualität und Verfügbarkeit. Die Zuverlässigkeit ist zwar höher, dementsprechend auch die Preise.

Zu bedenken ist die längerfristige Verfügbarkeit und der Support. Diese Portale bieten keine gemeinsame Vision und Kultur und die Entwickler springen von Projekt zu Projekt. Der Betrieb sollte hinterfragt und wenn möglich mit einem SLA-Vertrag im vorneherein abgesichert werden.

3. App Unternehmung oder digital Agentur

Viele Softwareprojekte scheitern bereits in der Umsetzung und gelangen nie in die Hände der Zielgruppen. Fehlschätzungen, Budgetüberschreitungen, Entwicklerabsprünge, falsche Architektur oder Technologiewahl sind häufige Ursachen. Oftmals wird auch die Vermarktung, Betriebskosten und Weiterentwicklung unterschätzt.

Jede App Agentur sollte eine verständliche und transparente Leistungsübersicht über alle Projektzyklen hinweg gewährleisten um ein gemeinsames Verständnis mit dem Kunden zu entwickeln. App-Projekte sind vorhersehbar und mit erfahrenen App Unternehmen oder Digital Agenturen ist ein Projektversagen praktisch auszuschliessen.

Unser Projektvorgehen

Ein ausführliches App-Konzep mit ansprechender und intuitiver Benutzerführung stellt das Grundgerüst dar, anhand welcher die App programmiert werden kann. Als Kunde sollte man in der Konzeptionsphase mit einbezogen werden und die resultierende Spezifikation gemeinsam abgenommen werden. Schlecht durchdachte Konzepte können zwar auch die Anforderungen erfüllen, jedoch auf Kosten der Qualität. Nachträgliche Änderungen sind meist mit zusätzlichen Kosten verbunden. In der Konzeption liegt meist der Hauptvorteil von App-Agenturen. Einen Anhaltspunkt bieten gute Referenzenprojekte mit hohen Downloadzahlen und guten Bewertungen in den Stores.

Der Preis bestimmt nicht alleine die Preisleistung. Eine detailliertere Aufwandsschätzung, Entwicklerstunden im Verhältnis zu den allgemeinen Aufwänden, offengelegte Betriebskosten sowie eine definiertes Change Request Management sollten auch immer berücksichtigt werden. Ist die Zusammenarbeit nicht mehr zufriedenstellend, ist eine Übernahme von neuen Agenturen oder Entwicklern meist mühsam und mit Zusatzkosten verbunden.

 

„Die App Idee“ als Erfolgsgarantie?

Erste Recherchen deuten auf eine Marktlücke, der Businessplan geht auf und die finanziellen Mittel sind vorhanden. Erfolgsentscheidend und am wenigsten vorhersehbar ist das App Marketing. Nicht umsonst gibt es so viele Marketing-Agenturen und -Kampagnen, doch das Erfolgsrezept für die App Vermarktung gibt es nicht.

App Marketing

Jede App Vermarktung muss individuell angegangen werden. Spricht die App eine bestimmte Nutzergruppe oder die breite Masse und den Alltagsuser an, welche verwandten Interessen haben die User, ist das Zielpublikum aus der Region oder will man die globale Reichweite erzielen, sind die User eher digital oder klassisch unterwegs? Vermarktungsmöglichkeiten und Kanäle gibt es viele und je treffender die Kampagne geplant wird, desto höher die Erfolgschancen.

App Marketing

Prototyping und User-Tests

Bestes Marketing ist, wenn die User selbst eine App weiterempfehlen. Doch kommt die App überhaupt bei den Usern an? Das eigene App-Projektvorhaben wird subjektiv betrachtet. Oft empfehlen wir einen Prototyp zu erstellen, welcher ermöglicht von unabhängigen Usern ein objektives Feedback zu erhalten. Zwei Prototyp Ansätze sind möglich, ein Funktions- oder ein Designorientierter:

Prototyping und User-Tests

  • Funktionaler Prototyp – der Fokus liegt in der Umsetzung der Kernanwendung ohne Feinschliff und Design. Die Hintergrundlogik und Mechanik wird programmiert und getestet.
  • Design Prototyp – die Ansichten werden designt und miteinander verknüpft, so dass sich die User durch die App navigieren können. Manchmal genügt auch schon, den Ablauf in Form von Wireframes auf Papier festzuhalten.

App Ideen gibt es viele und wir werden regelmässig mit neuen App-Projektvorhaben konfrontiert. In den Medien hört man vor allen von Erfolgsstories und neuen Startups aus der Digitalszene. Über die Misserfolge, die langen Konzeptions- und Entwicklungszeiten in der stillen Kammer wird kaum gesprochen. Ob eine App Projekt gestartet werden soll ist kein einfacher Entscheid. Wir hören uns gerne eure App-Ideen und Projektabsichten an und geben euch eine ehrliche Meinung ob sich ein Projektstart lohnt. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.

Weiterlesen
Projektmanager in Zürich oder Bern

Wir suchen Verstärkung (besetzt)

11. März 2019

Projektmanager in Zürich oder Bern

The Swiss Digital verbindet Menschen mit der digitalen Welt. Als Technologie-Partner entwickeln, vernetzen und integrieren wir mobile und online Lösungen – wie Apps, Webauftritte, Spiele und massgeschneiderte Software­anwendungen. Zur Ergänzung unseres Teams in Zürich und/oder Bern suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine/n

IT-Allrounder / Junior Projektmanager (w/m) – 50%-100%

Nach einer gründlichen Einführung in unsere technologisch umfassenden Software-Lösungen, Mobile-Services und Arbeitsprozesse unterstützt du unser Team über den gesamten Projektzyklus und darüber hinaus.

Deine Aufgaben

  • Mitwirken in der Angebotsphase, Projektrealisation, Qualitätssicherung und Einführung
  • Den reibungslosen Betrieb und Support bestehender Anwendungen sichern
  • Webauftritt und Online Marketing Kampagnen pflegen, Blogs schreiben
  • Aushilfe im Datacenter unter Anleitung von Spezialisten
  • Zuarbeit bei verbundenen Unternehmen im IT-Umfeld (Shared Office)

Dein Profil

  • Junge, selbstständige und engagierte Person mit einer grossen Begeisterung an neuen Technologien
  • Du bist kommunikativ und besitzt die Fähigkeit, Sachverhalte strukturiert und einfach verständlich in Worte zu fassen
  • Schnelle Auffassungsgabe und hohe Lernfähigkeit, zuverlässig und exakt
  • Technische Grundausbildung und Berufserfahrung von Vorteil
  • Fliessendes Deutsch, Englisch auf Verständigungsniveau

Was wir bieten

  • Spannende Projekte, verschiedene Technologien, anspruchsvolle und sympathische Kunden
  • Entwicklungsmöglichkeiten im Digital, Mobile und Online Business
  • Vielseitige Tätigkeiten in einem dynamischen Markt und internationalem Umfeld
  • Selbständiges Arbeiten, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice ermöglicht
  • Arbeitsort in Zürich und/oder im Zentrum von Bern

Wenn du dich angesprochen fühlst, lernen wir dich gerne kennen. Schreib uns per E-Mail mit deinem Dossier an work@theswissdigital.ch.

Update 23.5.2019 – vielen Dank für eure Bewerbungen und Interesse, wir konnten die Stelle erfolgreich besetzen.

Weiterlesen
The Swiss Digital am MWC in Barcelona

Unsere Highlights am MWC in Barcelona

01. März 2019

Der Eingang zur Messe bleibt wie auch am MWC 2015 pompös. Was die Angst vor dem Schlangenstehen nicht unbedingt kleiner macht. Zwar verspricht die Vorab-Registrierung zur Messe einiges. Nach schnellem online Upload des eigenen Bildes soll der Eintritt ohne ID und mit Badge möglich sein. Tatsächlich erwarten uns an sämtlichen Messeeingängen Kameras ausgerüstet mit Facial Recognition Technologie. Wir laufen bequem und ohne stressigem Rucksackwühlen durch. Die Erkennungsrate ist definitiv beeindruckend. Damit hat uns GSMA einen schnellen und für sie sicheren Zutritt ermöglicht. Gleichzeitig die neue Technologie erfolgreich getestet. Das kann an jedem weiteren Event die Zukunft sein. Wir bereiten uns technisch schon mal vor.

MWC Barcelona 2019 entry

Das Gelände ist weitflächig, fast endlos. Es bleibt nichts anderes übrig als viel zu laufen. Ein Blick in die Halle herunter, macht die Vorfreude grösser. In weiss getaucht, mit viel Licht beleuchtet und mit ausgeklügelten Werbeworten locken die Stände. Je kleiner die Nummer der Halle desto grösser scheinen die Ausstellungs-Boxen oder viel mehr Ausstellungs-Häuser. Dazwischen schlängeln sich, meist in Schale geschmissene Herren, aneinander vorbei. Immer wieder fällt uns auf, es sind sehr viele Chinesische und Asiatische Aussteller, aber auch Besucher da.

MWC – ein grosser “Marktplatz”

Beim Betreten eines Standes wird in Windeseile der Besucher Badge gescannt. Danach fluten meine Inbox konstant E-Mails der besuchten Aussteller, mit Zusatzinformationen. Immerhin sind sie «hot off the press». Dank dieser geschickter Marketing Idee, blieb nach dem Verlassen des Standes der Name des Ausstellers definitiv präsent.

Schade, dass Aussteller zuerst fragen was du machst, bevor sie Infos über ihr Produkt rausgeben. Wir vermuten, dass viele ihre eigenen Dienste und Produkte als Messebesucher verkaufen wollen, oder sich neue Ideen für ihr Geschäft suchen.

Unsere Highlights

Der MWC Kongress ist riesig und die drei Tage genügen kaum um alle interessanten Stände zu erkunden. Wir fassen die Highlights und unsere Eindrücke in der Bildstrecke zusammen.

 

Sophia – halb Mensch, halb Roboter

Die Königin der Messe ist Sophia, der höchst entwickelte Roboter. Sophia ist nicht nur ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattet Roboter, sondern fähig visuelle Daten zu verarbeiten und Gesichter zu erkennen. Die Besucher durften einfache Gespräche mit ihr führen. Zu bestimmten vordefinierten Fragen und Themen, kamen äusserst ausführliche und präzise Antworten zurück. Durch die Imitation der menschlichen Gestik und Mimik schien sie Einfühlungsvermögen zu haben.

Swiss-China-Connection

Kleiner Stand, Grosse Firma (500+ Mitarbeiter). Orbbec stellt Tiefensensoren und Kameras her, welche sich bestens eignen um interaktive Spiele umzusetzen. Nebst der Standard Produktpalette macht Orbbec auch viele kundenspezifische Lösungen im B2B Bereich. Zwei möchten wir hervorheben:

1. Der grösste Online Zahlungsdienst Anbieter Chinas, Alipay nutzt an POS (Verkaufsstellen) die Sensoren von Orbbec um das “nackte” Bezahlen zu ermöglichen, es genügt nur das Gesicht in die Kamera zu halten und einen 4-stelligen Code einzugeben, keine Kreditkarte, Handy oder desgleichen ist notwendig.

2. Die zweite Anwendung wird für eine Logistische Firma aus Kina verwendet, den Namen konnten wir uns leider nicht merken. Nämlich kann mit der integrierten Kamera (inkl. depth Sensor) im Tablet eine Schachtel oder Kiste gescannt werden. Das Resultat ist das Volumen der Kiste mit einer Genauigkeit von 3%.

Swiss-China-Connection Orbbec

Wir danken Agnes für den bisherigen Support und waren froh sie (links im Bild) in echt an ihrem Orbbec Stand kennenzulernen.

5G Hype am MWC

Die Aussteller rücken dieses Jahr ihre Errungenschaften, welche mit dem superschnellen 5G-Datenfunk Auftrieb erhalten, in den Fokus. Neben zahlreich präsentierten Gadgets, wie den zurzeit überall beworbenen 5G Smartphones, profitieren Gesamtprozesse und Applikationen stark von den neuen Datenraten und Bandbreiten. Auch in der Unterhaltungsindustrie wird profitiert. Möglicherweise ist 5G schon bald das Sprungbrett für AR und VR multi-player Spiele. Wer weiss vielleicht erwarten uns die gleichen Hologramme weltweit an verschiedenen Empfängen oder am gleichzeitig ausgestrahlten Konzert.

“Blick in die Zukunft”

Dank später Stunde und gratis Alkohol, das zur Ablenkung von der Hololens2 beitrug, ist Maroje schlussendlich zum Zug gekommen. Definitiv ein starkes Produkt. Die ersten Eindrücke zur HoloLens 2 im Beitrag über AR, VR und MR Brillen.

HoloLens 2 Test

4YFN – die nächste Generation

Kurz schaffen wir es das erstaunlich warme und sonnendurchflutete Barcelona am Tag zu bestaunen. Der Shuttle Bus bringt uns direkt ins Zentrum zur 4YFN, wo Startup Technologien vorgestellt werden, welche in 4 Jahren einen bedeutenden Unterschied machen werden.

Die Halle ist weit weniger hochpoliert, dadurch gemütlicher. Die Stände sind knapp einen Meter breit, vollbepackt und die Slogans noch nicht perfektioniert. Die Aussteller nehmen sich Zeit. Keine Goodies werden verschenkt, dafür praktikable Lösungen mit Enthusiasmus vorgestellt. Es sind oft Lösungen für bekannte Lücken in Prozessen und Datenflüssen, aber auch kleine und grosse Alltagshelfer mit dabei, welche von Entertainment bis Health Care reichen.

Danke NTH

NTH am MWC in Barcelona

Kurzer Abstecher zum Stand unserer Muttergesellschaft NTH in der Halle 8.1, inklusive leckerem Kaffee und gemeinsamen Foto. Wir freuen uns, sie nächstes Jahr dort wieder zu treffen.

 

 

Weiterlesen